Wirtschaft
Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche sitzt im neuen Concept S-Class Coupe. Bei den Wachstumszahlen kommt Freude auf.
Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche sitzt im neuen Concept S-Class Coupe. Bei den Wachstumszahlen kommt Freude auf.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsche Autobauer kämpfen um China-Markt: Daimler rückt Audi und VW auf die Pelle

Mercedes, VW und Audi fahren allesamt für das vergangene Jahr Absatzrekorde ein. Daimler holt dabei im Wettrennen um die Position des größten Premiumherstellers der Welt sichtlich auf. Die Aufholjagd findet vor allem auf dem chinesischen Markt statt.

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Im Kampf um den Thron des weltgrößten Premiumherstellers macht Daimler Fortschritte. Für das vergangene Jahr muss sich der Konzern aber noch mit dem dritten Platz begnügen. Mit 1,46 Millionen Fahrzeugen wurden so viele Mercedes-Pkw an die Kunden geliefert wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von mehr als zehn Prozent. Damit haben die Schwaben den Abstand zur Volkswagen-Tochter Audi weiter verringert, für den Angriff auf Platzhirsch BMW reicht es aber noch lange nicht. BMW lag schon im November mit 1,78 Millionen Pkw deutlich vor der Konkurrenz. Frische Zahlen gibt es kommenden Montag.

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"Unsere Wachstumsstrategie geht auf", sagte Daimler- Vorstandschef Dieter Zetsche. "Wir blicken auf das beste Jahr der Marke Mercedes-Benz zurück." Inklusive der gut 100.000 Smarts lieferte Daimler 1,56 Millionen Pkw an die Kunden aus. Die Nase vorn hatte Audi, allerdings nur sehr knapp mit 1,58 Millionen Fahrzeugen.

Schlacht um Marktanteile in China

Entscheidend für den Kampf um den ersten Platz ist der größte Automarkt der Welt, China. Nachdem Daimler dort in den vergangenen Jahren weit ins Hintertreffen geraten war, holen die Stuttgarter nun langsam auf. Allein im Dezember ist der Absatz in der Volksrepublik um fast ein Viertel gestiegen. Im Gesamtjahr verzeichnete die Marke mit dem Stern ein Plus von elf Prozent auf 218.000 Fahrzeuge. Damit legte Mercedes zwar stärker zu als im Vorjahr, als die Auslieferungen nur um 1,5 Prozent zunahmen, blieb aber weit hinter BMW und Audi zurück.

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Mit Abstand der größte Premiumanbieter in China war erneut die Volkswagen-Tochter Audi. Sie lieferte fast 492.000 Autos aus, das entspricht einem Zuwachs von 21 Prozent. Ähnlich stark legte auch BMW zu: Die Münchener vermeldeten einen Absatzrekord mit 390.000 verkauften Fahrzeugen, das sind fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. "Das beweist, dass unsere China-Strategie greift", erklärte der BMW-Chef für China, Karsten Engel.

Erst am Montag hatte er angekündigt, in diesem Jahr zehn neue Modelle in China einzuführen. Daimler wird in diesem Jahr dagegen noch damit beschäftigt sein, die Fehler der Vergangenheit auszumerzen und die Rabattschlacht einzudämmen. Erst ab 2015 wollen die Schwaben in China mit 20 neuen Modellen voll durchstarten, wie der neue China-Vorstand Hubertus Troska im Dezember erklärt hatte.

Was neue Modelle betrifft, schläft auch Audi nicht. Die Ingolstädter haben sich ebenfalls vorgenommen, BMW als Platzhirsch abzulösen und kündigten im Dezember das größte Investitionsprogramm ihrer Geschichte an. Bis 2018 will Audi 22 Milliarden Euro in neue Modelle und Technologien stecken. Von derzeit 49 soll die Zahl der Modelle bis 2020 auf 60 steigen.

Marke VW bleibt auf Kurs

Auch Volkswagen hat im abgelaufenen Jahr vor allem vom Pkw-Boom in China profitiert: Dank zweistelliger Zuwächse in der Volksrepublik lieferte Europas größter Autobauer rund um den Globus 5,93 Millionen Fahrzeuge seiner Hauptmarke VW an die Kundschaft aus - plus 3,4 Prozent zum Vorjahr und so viel wie nie zuvor. Während der Absatz in China um fast 17 Prozent zulegte, schrumpften die Auslieferungen in anderen großen Regionen. Auf dem wichtigen US-Markt schlug VW knapp sieben Prozent weniger los als vor einem Jahr. In Deutschland belief sich das Minus auf 4,4 Prozent.

Auch für das laufende Jahr zeigten sich die Wolfsburger zuversichtlich, schwächere Regionen durch Zuwächse in anderen ausgleichen zu können. Für neue Herausforderungen sei die Marke dank ihrer breiten Modellpalette bestens gerüstet, teilte Vertriebsvorstand Christian Klingler mit.

Analysten rechnen mit einem schwierigeren Jahr für VW, da kaum Fahrzeugmodelle auf den Markt kommen. "Die Palette an Neuheiten ist überschaubar", sagte Frank Schwope von der NordLB. Der wichtige Mittelklassewagen Passat soll erst im Herbst erneuert werden. "Für eine so große Marke mit knapp sechs Millionen verkauften Fahrzeugen ist das etwas wenig." Schwope rechnet daher mit stärkerem Gegenwind für VW. Dennoch werde die Marke ihren Absatz voraussichtlich weiter steigern, da die Nachfrage in Europa wieder anziehe und China weiter wachse.

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Quelle: n-tv.de

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