Wirtschaft
Der Maschinenbau profitiert besonders vom Export.
Der Maschinenbau profitiert besonders vom Export.(Foto: picture alliance / dpa)

Fünf Gründe für den Aufschwung: Das Beste kommt erst noch

Die deutsche Wirtschaft steht gut da. Doch wer glaubt, es ginge nicht noch besser, übersieht fünf Gründe, warum das Wachstum im laufenden Jahr noch einmal zulegen könnte. Und das liegt nicht nur am Ölpreis.

Bundesbank, Wirtschaftsweise und die meisten Ökonomen der Geschäftsbanken sind sich bislang einig: In diesem Jahr wird die deutsche Wirtschaft keine Schippe drauflegen. Das Wachstum soll bei 1,5 Prozent liegen, nach 1,6 Prozent 2014. Die Konjunkturrisiken sind groß: Sie reichen vom Ukraine/Russland-Konflikt bis zur ungewissen Zukunft Griechenlands. Doch es spricht mittlerweile auch vieles dafür, dass Europas größte Volkswirtschaft 2015 kräftiger wachsen könnte. Es folgen fünf Gründe, die für einen stärkeren Aufschwung sprechen:

Ölpreis

Der Ölpreis hat sich seit dem Sommer 2014 mehr als halbiert. Das entlastet deutsche Verbraucher und Unternehmen in diesem Jahr um etwa 30 Milliarden Euro, wie der Deutschland-Chefvolkswirt der Großbank UniCredit, Andreas Rees, ausgerechnet hat. Allein die Lufthansa spart etwa 900 Millionen Euro an Treibstoffkosten. "Ein solcher Rückgang wirkt über die Entlastung der Lebenshaltungskosten der Haushalte und der Produktionskosten der Unternehmen wie ein kleines Konjunkturprogramm", betont Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Nach Schätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages kann das bis zu 0,5 Prozentpunkte an zusätzlichem Wachstum bringen.

Euro

Die Gemeinschaftswährung kostet so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Für die Exporteure sind das gute Nachrichten: Sie können ihre Produkte in Übersee dadurch günstiger anbieten und so den Absatz steigern oder bei gleichbleibenden Preisen ihre Gewinnmargen erhöhen. Der Euro ist zwar schon seit Monaten auf Talfahrt, doch dürfte sich das erst im Laufe dieses Jahres positiv auswirken, erwartet etwa Daimler-Chef Dieter Zetsche. Die Absicherungsgeschäfte, die den Konzern und viele andere Großunternehmen im vergangenen Jahr gegen Währungsschwankungen abschirmten, laufen erst allmählich aus. Je länger das Jahr dauert, desto stärker profitieren die Exporteure vom Euro-Rutsch.

Wachstumslokomotive USA

In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft mit 3,5 Prozent noch stärker zulegen als 2014, sagen die Ökonomen der Deutschen Bank voraus. Wichtigster Grund dafür: Die Zahl der Beschäftigten ist 2014 so kräftig gestiegen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Das schiebt den privaten Konsum an, der für etwa 70 Prozent des US-BIP steht. Davon profitieren auch die deutschen Exporteure. Schon im abgelaufenen Jahr steigerte etwa der Autobauer Audi seinen Absatz in den USA um gut 15 Prozent, BMW um knapp zehn Prozent.

Jobboom

Alle Experten erwarten eine deutliche Zunahme der Beschäftigung. Hauptgrund ist die enorme Zahl der Zuwanderer: 450.000 werden unter dem Strich erwartet. Auch der Aufwärtstrend bei Dienstleistungen und der hohe Bedarf an Fachkräften kurbelt die Nachfrage an. "Dadurch wird die Beschäftigung auch 2015 steigen", sagt Enzo Weber vom IAB-Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte mit durchschnittlich 42,8 Millionen einen Rekord erreichen, sagen Bundesregierung und Sachverständige voraus. Das kurbelt den Konsum an und schirmt die Wirtschaft gegen geopolitische Risiken ab.

Impulse aus Krisenländern

Nach Jahren der Schwäche kommen die Krisenstaaten Portugal, Irland, Griechenland und Spanien (PIGS) immer besser in Schwung. Die spanische Wirtschaft soll in diesem Jahr um 2,3 Prozent wachsen, erwartet die EU-Kommission. Irland werden sogar 3,5 Prozent zugetraut. Von der Erholung profitiert auch Deutschland: Schon 2014 legten die Exporte in die PIGS-Länder stärker zu als die Ausfuhren insgesamt.

Quelle: n-tv.de

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