Rohstoff-Märkte Das Engagement der Banken
Die Großbanken haben ihr Engagement an den Rohstoff-Märkten in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet. Die Pläne von US-Präsident Obama zur Beschränkung des Eigenhandels könnten einen Kapitalabfluss auslösen. Ein Überblick über die wichtigsten Engagements.
GOLDMAN SACHS
Goldman Sachs stieg 1981 mit der Übernahme von J. Aron in das Rohstoffgeschäft ein und ist derzeit das am stärksten in dieser Anlageklasse engagierte Institut. Der "Value at Risk" (VaR) im Rohstoff-Geschäft, eine Kennziffer für den größtmöglichen Wertverlust, lag in den vergangenen zwei Jahren bei etwa 40 Mio. US-Dollar. Zu den Kunden zählen Unternehmen, Fonds und Finanzinvestoren. Goldman ist eine der wenigen Investmentbanken, die Öl physisch handeln und verschiffen.
JPMORGAN
Mit einem VaR von 30 Mio. Dollar im Durchschnitt des vergangenen Jahres ist JPMorgan kürzlich zur Nummer zwei auf dem Rohstoffmarkt aufgestiegen. Das US-Institut verhandelt zudem über die milliardenschwere Übernahme von RBS Sempra, einem Joint Venture der Royal Bank of Scotland und Sempra Energy.
DEUTSCHE BANK
Die Deutsche Bank ist in Rohöl-Produkten, Metallen und Agrar-Rohstoffen aktiv. Metalle und Uran handelt sie physisch, Öl dagegen nur über Derivate. Das Institut hat sein Rohstoff-Team 2009 um 15 Prozent vergrößert und plant für 2010 weitere Einstellungen. Außerdem will die Bank in diesem Jahr elf Indizes, drei neue Publikumsfonds sowie einen börsennotierten Fonds (ETF) auf Rohstoff-Basis auflegen.
BNP PARIBAS
Der Einstieg der BNP Paribas ins Rohstoff-Geschäft liegt 50 Jahre zurück. Nach einigen Jahrzehnten der Konzentration auf Finanzierungen begann sie vor über 20 Jahren mit dem Handel von Derivaten. Die französische Bank will einem Zeitungsbericht zufolge den Umsatz in diesem Bereich bis 2012 verdoppelt.
BARCLAYS CAPITAL
Barclays will vor allem im Handel mit physischen Rohstoffen wachsen. Sie hat dazu eigens die Ölreederei Pendle gegründet. Die britische Bank will ihr Rohstoff-Team im laufenden Jahr um 30 Prozent auf 320 Mitarbeiter aufstocken.
CREDIT SUISSE
Die Credit Suisse ist erst vor wenigen Jahren in den Rohstoff-Handel eingestiegen und treibt das Wachstum in diesem Bereich kräftig voran. Dank der Kooperation mit dem Schweizer Rohstoffhändler Glencore hat sie eine starke Position im physischen Geschäft.
MACQUARIE
Die australische Macquarie Bank ist seit den frühen Achtzigern im Rohstoff-Geschäft aktiv. Sie gehört zu den Pionieren für außerbörslich gehandelte Derivate auf Agrar-Produkte.