Wirtschaft

FTD-Abonnentendatei: Datenschützer prüfen Verkauf

Viele ehemalige Bezieher der "Financial Times Deutschland" (FTD) reiben sich am Montag die Augen - in ihren Briefkästen finden sie das "Handelsblatt". Die Hamburger Datenschützer gehen dieser Sache nach. Sie prüfen, ob es entsprechende Einwilligungserklärungen gibt.

Letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland".
Letzte Ausgabe der "Financial Times Deutschland".(Foto: dpa)

Das Ende der Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD) ist zum Fall für Datenschützer geworden: Die Behörde des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit geht Medienberichten nach, denen zufolge das "Handelsblatt" die FTD-Abonnentendatei gekauft und am Montag alle ehemaligen FTD-Bezieher mit einem HB-Werbeexemplar beliefert habe.

Ein Sprecher des Datenschutzbeauftragten kündigte an, den Vorgang "datenschutzrechtlich zu überprüfen". Bisher könne der Fall nicht endgültig bewertet werden, da die Behörde die näheren Umstände noch nicht kenne.

Vor allem müsse geklärt werden, ob beim Abschluss der Abonnentenverträge entsprechende Einwilligungserklärungen abgegeben worden seien und wer die Ex-FTD-Abonnenten tatsächlich angeschrieben habe. Der Branchendienst "Kress" hatte berichtet, jeder Abonnent habe ein "Handelsblatt" erhalten.

Bestimmte Zahl von Lieferadressen

Die Verlagsgruppe Handelsblatt bestätigte, dass sie am Montag das "Handelsblatt" an einen Teil der bisherigen "FTD"-Leserschaft geschickt habe. Bis Weihnachten wolle man ihnen die Möglichkeit geben, das "Handelsblatt" kostenlos kennenzulernen, teilte ein Verlagssprecher in Düsseldorf mit.

Man habe aber nicht die gesamte Abonnentendatei vom "FTD"-Verlag Gruner+Jahr gekauft, sondern lediglich eine bestimmte Zahl von Lieferadressen erhalten. Gruner+Jahr hatte die "FTD" in der vergangenen Woche nach zwölf Jahren wegen dauerhaft roter Zahlen eingestellt. Das "Handelsblatt" hat eine verkaufte Auflage von knapp 140 000.

Quelle: n-tv.de

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