Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Krisen ignoriert - bislang: Dax-Konzerne verbuchen Rekordergebnis

Deutschlands Top-Konzerne haben im abgelaufenen Quartal insgesamt mehr umgesetzt und verdient. Allerdings dürfte diese Entwicklung im letzten Jahresviertel einen Dämpfer erhalten - bevor es dann wieder aufwärts geht.

Ungeachtet der Rezessionssorgen und der geopolitischen Krisen haben die 30 deutschen Dax-Konzerne das abgelaufene Quartal erneut mit Rekorden abgeschlossen. So kletterte das operative Ergebnis der Unternehmen binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro und war so hoch wie nie zuvor, wie die Beratungsgesellschaft Ernst & Young mitteilte. Zugleich erhöhten die Unternehmen ihre Profitabilität auf 9,0 Prozent.

Insgesamt erlösten die 30 Firmen den Angaben zufolge 308 Milliarden Euro. Auf Jahressicht ist dies ein Plus von vier Prozent. Dabei profitierten sie von einem günstigeren Euro-Wechselkurs. Das größte Umsatzplus erwirtschaftete der Erhebung zufolge Fresenius mit 18 Prozent. Auf dem zweiten Platz liegt mit einem Aufschlag von 13 Prozent ThyssenKrupp. Mit jeweils zehn Prozent folgen Daimler und die Deutschen Börse. Den mit Abstand höchsten Umsatz erzielte Volkswagen (49 Milliarden Euro), gefolgt von Daimler (33) und Eon (25).

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Für die positive Entwicklung trug den Experten zufolge vor allem von die gute Entwicklung auf den asiatischen Absatzmärkten bei. "Auch wenn sich das weltweite Wirtschaftswachstum spürbar verlangsamt hat: Es sind nach wie vor die außereuropäischen Märkte, die maßgeblich zum Wachstum der deutschen Top-Konzerne beitragen", EY-Partner Thomas Harms. Mittelfristig sei die Expansion in Richtung der asiatischen Wachstumsmärkte die einzig richtige Strategie.

Deutschland fällt als Motor aus

Dagegen stottere die Konjunktur in Europa. Und die größte Volkswirtschaft des Kontinents - Deutschland - falle inzwischen sogar als Konjunkturmotor aus. Die Wirtschaftsprüfer machen dafür vor allem den Konflikt mit Russland verantwortlich. "Nach wie vor herrscht große Unsicherheit in Bezug auf die weitere Entwicklung des Konflikts mit Russland. Auch der jüngste G20 Gipfel scheint keine Annäherung der Positionen gebracht zu haben", hieß es.

Mit Blick auf das Abschlussquartal zeigen sich die Experten zurückhaltend: Die eingetrübten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürften sich zunehmend in den Umsatz- und Gewinnzahlen der Konzerne niederschlagen. Nach Lufthansa, Adidas und Linde dürften weitere Unternehmen ihre kurz- oder mittelfristigen Prognosen zusammenstreichen. Allerdings dürfte es zu Beginn des kommenden Jahres wieder aufwärts gehen. Allerdings darf dafür der Konflikt mit Russland nicht eskalieren.

Insgesamt beschäftigten die 30 Top-Konzerne zum Quartalsende 3,27 Millionen Mitarbeiter - das waren 2,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Quelle: n-tv.de

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