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EMC-Hauptquartier in Santa Clara/Kalifornien.
EMC-Hauptquartier in Santa Clara/Kalifornien.(Foto: REUTERS)

Größter Branchenzukauf?: Dell schielt auf EMC

Dell plant für sein Comeback den großen Wurf. Der ehemalige Computerprimus erwägt den Kauf des Datenspeicher-Spezialisten EMC. Dieser ist allerdings rund 50 Milliarden Dollar wert - und Dell ist hoch verschuldet.

Der einstige Computerprimus Dell plant einem Insider zufolge für sein Comeback den Kauf des Datenspeicher-Spezialisten EMC, der an der Börse rund 50 Milliarden US-Dollar wert ist. Gelingt das Vorhaben, wäre es die größte Übernahme in der Branche überhaupt.

Der PC-Hersteller käme damit dem Ziel des Konzerngründers Michael Dell näher, die Position bei Firmenkunden zu stärken. Er hatte das Unternehmen 2013 von der Börse genommen, um den angeschlagenen Konzern zu sanieren. Wie andere Anbieter leidet Dell unter dem Einbruch bei PC-Verkäufen, nachdem Tablets und Smartphones den Markt revolutioniert haben.

Analysten stellen aber infrage, ob Dell das Geld für einen EMC-Kauf aufbringen kann. Wegen dieser Skepsis stieg der EMC-Aktienkurs am Donnerstag auch nur um vier Prozent auf rund 27 Dollar. Dem Sender CNBC zufolge ist dies der derzeit von Dell gebotene Preis.

Von den Plänen hatte zunächst das "Wall Street Journal" berichtet. Demnach ist nicht klar, ob der auf Speichersysteme spezialisierte EMC-Konzern vollständig übernommen werden soll. Ein Abschluss sei ebenfalls nicht gewiss. Nach Reuters-Informationen spricht Dell bereits mit Banken für Details einer Finanzierung.

Dell selbst ist hoch verschuldet

Dem Analysten Toni Sacconaghi vom Finanzhaus Bernstein zufolge hat Dell selbst aktuell Schulden im Volumen von 12 Milliarden Dollar. Für den Kauf würde der Konzern CNBC zufolge zusätzliche 40 Milliarden Dollar benötigen. Die bislang größte Übernahme der Branche ist der im Mai angekündigte Kauf des amerikanischen Chip-Herstellers Broadcom durch den heimischen Rivalen Avago für 37 Milliarden Dollar.

Dell liegt inzwischen weltweit auf Rang drei. Michael Dell will den 1984 gegründeten Konzern auf Firmenkunden ausrichten, ähnlich wie es auch die Rivalen HP oder IBM machen. Anfang September erklärte Dell, sein Unternehmen verzeichne seit zehn Quartalen ungebrochenes Wachstum trotz des weiter schrumpfenden PC-Markts.

EMC steht unter Druck seines Großaktionärs Elliott Management, der einen Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an VMware fordert. EMC hält 80 Prozent an VMware. Von allen denkbaren Alternativen sei eine Übernahme durch Dell "ein Albtraum-Szenario ohne strategische Synergien", das sich nur für den PC-Hersteller lohnen würde, sagte Analyst Daniel Ives vom Finanzberater FBR Capital Markets.

Quelle: n-tv.de

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