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Opfer des Tablet-Trends: Dell verliert an Boden

Mitten in der Übernahmeschlacht muss der Computerhersteller Dell erneut sinkende Gewinne hinnehmen: Nach Börsenschluss an der Wall Street deckt die Nummer drei im PC-Geschäft ein insgesamt enttäuschendes Ergebnis aus.

Gründer und Bieter in der Übernahme: Michael Dell.
Gründer und Bieter in der Übernahme: Michael Dell.(Foto: REUTERS)

Die dramatischen Absatzrückgänge im Markt für Desktop-PCs haben dem umkämpften Computerbauer Dell einen drastischen Gewinneinbruch zum Jahresauftakt eingebrockt. Für das erste Quartal gab der US-Konzern nach Börsenschluss einen Nettogewinn von 130 Mio. Dollar bekannt. Im Vergleichszeitraum aus dem Vorjahr hatte Dell noch 635 Mio. Dollar verdient.

Der Umsatz ging im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 14,1 Mrd. Dollar zurück, lag damit jedoch noch über den Analystenerwartungen von 13,5 Mrd. Dollar.

Neben dem schwachen PC-Geschäft machten dem texanischen Unternehmen hohe Vertriebskosten und Investitionen für Neuentwicklungen zu schaffen. Der einstige Branchenprimus hinkt derzeit bei Innovationen hinterher. Dell gab keinen Ausblick für das zweite Quartal, weil sich der weltweit drittgrößte PC-Anbieter inmitten einer Übernahmeschlacht befindet. Dell hatte die Veröffentlichung seiner Unternehmensergebnisse kurzfristig um fünf Tage vorgezogen.

Kunden wandern ab

Der Wandel in der Computerbranche setzt dem US-Konzern zu. Die Verbraucher greifen inzwischen verstärkt zu Tablet-PCs oder Smartphones und lassen Notebooks und Desktops in den Regalen liegen. Während die Elektronik-Giganten Apple und Samsung mit diesem Trend Milliardengewinne einfahren, sehen klassische PC-Hersteller wie Marktführer Hewlett-Packard, Fujitsu oder eben Dell ihre Felle davonschwimmen. Firmengründer Michael Dell will daher sein Haus nach dem Vorbild von IBM verstärkt auf das lukrativere Service-Geschäft ausrichten.

Michael Dell, der mit 16 Prozent an dem Konzern beteiligt ist, will das Unternehmen für 24 Mrd. Dollar übernehmen, um es von der Börse zu nehmen und anschließend in einem ruhigeren Umfeld zu sanieren. Die Großaktionäre Carl Icahn und Southeastern Asset Management lehnen dies ab und haben ein Gegenangebot vorgelegt. Im ersten Quartal erwarben diverse Hedgefonds rund 30 Mio. Dell-Aktien. Damit können sie vermutlich den Firmengründer zusätzlich unter Druck setzen, sein Gebot für den Konzern zu erhöhen.

Ohne Sonderposten sieht es nach dem ersten Quartal noch düsterer aus: Der bereinigte Gewinn fiel um 51 Prozent auf 372 Mio. Dollar. Das entspricht einem Ergebnis von 21 Cent je Aktie. Damit verfehlte der Konzern die Analystenerwartungen von 35 Cent je Anteilsschein deutlich. Im nachbörslichen Handel bewegte sich die Dell-Aktie kaum.

Quelle: n-tv.de

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