Wirtschaft
Für 2016 rechnet die Bundesbank mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.
Für 2016 rechnet die Bundesbank mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.(Foto: imago stock&people)

Optimistische Prognosen: Der Konjunkturmotor springt wieder an

Die deutsche Wirtschaft ist in "bemerkenswert guter Verfassung" und könnte bald wieder richtig in Schwung kommen - dem billigen Öl sei Dank. Nicht nur bei der Bundesbank verbreiten Wirtschaftsexperten Optimismus.

Die Deutsche Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft auch künftig ein solides Wachstum zu. Zwar sei nach dem enttäuschenden Sommer auch im Winterhalbjahr 2014/2015 noch keine durchgreifende Besserung in Sicht, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht. Es bestehe jedoch die begründete Hoffnung, dass die aktuelle Schwächephase nur vorübergehend sei: "Die deutsche Wirtschaft ist weiterhin in einer bemerkenswert guten Verfassung." Das komme nicht nur der Binnenwirtschaft zugute, sondern erlaube es auch, Chancen auf Auslandsmärkten wahrzunehmen.

Anfang Dezember hatte die Bundesbank für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent im kommenden Jahr und von 1,6 Prozent für 2016 vorhergesagt. Allerdings seien die Notierungen für Rohöl der Nordseesorte Brent seit Abschluss der Prognose erheblich um elf Prozent im Mittel gesunken, erklärten die Experten nun. Eine solche Ermäßigung des Rohölpreises lege eine Abwärtskorrektur der Inflationsprognose nahe - aber auch eine höhere Vorausschätzung für das Wachstum: Wenn die niedrigen Rohölnotierungen Bestand haben, könne die Wirtschaftsleistung in den beiden kommenden Jahren jeweils um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte höher ausfallen als bisher angenommen.

Insgesamt rechnen die Notenbanker im Laufe des kommenden Jahres mit einem allmählich anziehenden Aufschwung. Denn dann werde sich die wirtschaftliche Erholung im Euroraum verstärken und der Welthandel Fahrt aufnehmen. Der private Konsum ist angesichts der Rekordbeschäftigung, steigender Reallöhne und niedriger Zinsen ohnehin ein wichtiger Impulsgeber der deutschen Wirtschaft.

Arbeitsmarkt stärkt Binnennachfrage

Doch schon jetzt sieht die Bundesbank erste Anzeichen dafür, dass sich "die gesamtwirtschaftliche Aufwärtstendenz" verstärken könnte: "Die Stimmung der Unternehmen hat sich im November nach einem über sechs Monate andauernden Rückgang erstmals wieder leicht verbessert, und die Industrie meldete im Oktober eine spürbare Zunahme der Aufträge." Zudem seien die Ausfuhren weiter gestiegen, und die gute Verbraucherstimmung verspreche eine lebhafte Konsumkonjunktur.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erwartet 2015 ein leicht höheres Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im Schnitt um 1,6 Prozent zulegen - nach 1,5 Prozent im ablaufenden Jahr. Damit korrigiert sich das IMK jedoch leicht nach unten. Die Düsseldorfer Forscher hatten im Oktober noch 1,9 Prozent vorausgesagt.

Als Antrieb für das Wachstum sieht das IMK unter anderem eine bessere Binnennachfrage dank des stabilen Arbeitsmarkts und der anziehenden Lohnentwicklung. Der Außenhandel werde ebenfalls Fahrt aufnehmen. Die Zahl der Menschen ohne Job dürfte laut IMK im Jahresdurchschnitt um 64.000 zurückgehen. Für 2014 erwarten die Experten bereits einen Rückgang um 51.000 auf rund 2,9 Millionen. Bei der Arbeitslosenquote rechnen sie mit einer Abnahme von 6,7 (2014) auf 6,5 Prozent (2015).

Mit Blick auf Europa kritisierte die Bundesbank indes die Nachgiebigkeit der EU-Kommission bei der Beurteilung der Haushalte der Eurozone-Mitgliedsländer. Sollte eine Einhaltung der EU-Budgetregeln dazu führen, dass die Finanzpolitik insgesamt "leicht restriktiv" ausfalle, dann sei das "hinnehmbar". Eine deflationäre Spirale droht aus Sicht der Bundesbank nicht.

Quelle: n-tv.de

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