Wirtschaft
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Änderung des Umbau-Plans?: Deutsche Bank überzeugt Moody's nicht

Die Deutsche Bank krempelt ihr Geschäft derzeit um. Die Ratingagentur Moody's ist hinsichtlich des Umbaus skeptisch und versieht das Geldinstitut mit einem negativen Ausblick. Bezweifelt wird, dass die Deutsche Bank den Kulturwandel schnell hinbekommt.

Die Ratingagentur Moody's hegt Zweifel, dass die Deutsche Bank mit ihrem geplanten Umbau so schnell und so gut vorankommt wie geplant. Sie senkte die Erwartungen für die Entwicklung des "A2"-Langfristratings der Bank auf "negativ" von "stabil".

"Unser negativer Ausblick spiegelt die eingeschränkte strategische Flexibilität der Deutschen Bank im Umgang mit einem sich verändernden Umfeld im Vergleich zu anderen Universalbanken wider, die sich mehr auf stabile Geschäftsfelder stützen können", erklärte Moody's-Analyst Peter Nerby. Die Regulierer und die Aktionäre gleichzeitig zufrieden zu stellen, sei in den nächsten zwei Jahren herausfordernd für die Bank.

Mit "A2" ist die Deutsche Bank immer noch besser bewertet als viele ihrer Konkurrenten. Ein Sprecher sagte, das Dax-Unternehmen kommentiere Einschätzungen von Ratingagenturen grundsätzlich nicht.

Vor allem die geplante, vom Bilanzrisiko unabhängige Maximal-Verschuldungsquote, die Banken künftig einhalten sollen, stelle die Deutsche Bank vor Probleme, hieß es in der Studie. Damit habe sie es schwerer, die von den Aktionären erwarteten Renditen zu liefern, erklärte Nerby. Womöglich müsse sie daher ihren Umbau-Plan nochmals ändern, ihr Geschäft anders aufstellen oder höhere Risiken eingehen, um die Renditen zu steigern.

Zwar sieht sich auch die Deutsche Bank als Universalbank. Moody's zweifelt aber vor allem daran, dass sie die Asset- und Wealth-Management-Sparte auf Vordermann bekommt. "Moody's hält die Größe und Stabilität der Gewinne aus diesem Geschäft für unsicher." Auch der von den Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen ausgerufene Kulturwandel wäre für die Gläubiger wichtig - aber es sei ein weiter Weg dahin: "Eine Risikokultur zu verbessern, ist eine der für die Kreditwürdigkeit besten Dinge, die ein Management machen kann, aber sie einzuführen und im Auge zu behalten, gehört auch zu den schwierigsten Dingen", schreibt Nerby.

Millionenstrafe in den Vereinigten Staaten

In den USA wird die Deutsche Bank einmal mehr von ihren Altlasten eingeholt. Das Geldinstitut erklärte sich bereit, 6,5 Millionen Dollar für mögliche bilanzielle Unregelmäßigkeiten bei seiner Tochter Deutsche Bank Securities zu zahlen, wie der von den Wall-Street-Banken selbst finanzierte Branchenregulierer FINRA mitteilte.

Die Regulierer hatten 2009 die Bank überprüft und waren auf ein Kredit- und Wertpapierleihe-Programm vor allem für Hedgefonds gestoßen. Dabei stellten sie operative Mängel und einen Mangel an Transparenz fest. So habe die Deutsche Bank durch Rechenfehler ihr Eigenkapital zu hoch ausgewiesen und zu wenige Reserven zum Schutz der Kunden gebildet.

Weder die Bank noch die Prüfer hätten feststellen können, wie viel von den in den Büchern ausgewiesenen 9,4 Milliarden Dollar sich wirklich auf das Programm bezogen und wie viel für Eigenhandel verwendet wurden, erklärte die Behörde. "Wir haben diese Dinge gelöst und sind froh, das Thema hinter uns lassen zu können", sagte eine Sprecherin der Bank zu der Einigung mit der FINRA. Ein Schuldanerkenntnis sei damit nicht verbunden.

Quelle: n-tv.de

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