Dienstag, 27. Juli 2010
Trotz Sparkurs: Deutsche Börse legt zu
Die Deutsche Börse steigert dank einer wieder erstarkten Handelsaktivität im zweiten Quartal den Umsatz deutlich. Zudem verbessert sich überraschend auch das operative Ergebnis leicht.Die Belastungen aus dem zu Jahresbeginn eingeschlagenen Sparkurs haben im zweiten Quartal erneut am Gewinn der Deutsche Börse gezehrt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg zwischen April und Juni zwar um drei Prozent auf 257,4 Mio. Euro, wie der Frankfurter Börsenbetreiber nach Handelsschluss mitteilte. Ohne Restrukturierungsaufwendungen wäre das Ebit aber um 36 Prozent auf 338,4 Mio. Euro angezogen.
Spuren hinterließen die auf 82 Mio. Euro bezifferten Kosten aus dem Sparprogramm auch beim Überschuss. Nach Zinsen und Steuern betrug der Gewinn im Quartal 160,8 (164,9) Mio. Euro. Damit lag das Unternehmen allerdings noch immer deutlich über den Prognosen der Analysten, die der Börse im Schnitt nur ein Nettoergebnis von 144 Mio. Euro zugetraut hatten. An ihrer Jahresprognose hielt die Börse fest.
In den vergangenen Monaten hatte der Börsenbetreiber wegen der wachsenden Unsicherheit der Anleger im Zuge der europäischen Schuldenkrise steigende Handelsumsätze verbucht. Dies schlug sich in einem neunprozentigen Umsatzplus auf 564,4 Mio. Euro nieder. Analysten hatten 562 Mio. Euro erwartet.
Die erfolgsverwöhnte Deutsche Börse war im Schlussquartal 2009 in die roten Zahlen gerutscht und hatte daraufhin ein Sparprogramm mit Stellenabbau aufgelegt. Die Kosten hierfür wurden am Dienstag auf 200 Mio. Euro beziffert und liegen den Angaben zufolge rund 40 Mio. Euro unter der ursprünglichen Schätzung. Insgesamt betrugen die Kosten im zweiten Quartal 356 (311,7) Mio. Euro, ohne die Restrukturierungsaufwendungen 274 Mio. Euro. "Aufgrund der guten Kostenentwicklung im ersten Halbjahr 2010 erwartet das Unternehmen nun eine Unterschreitung der ursprünglichen Kostenprognose von 1,21 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2010 vor Restrukturierungsaufwendungen", hieß es. Das Sparprogramm werde sich ab 2011 auf die Ertragslage auswirken.
Bei der Terminbörse Eurex kletterte der Umsatz um 17 Prozent auf 246,1 Mio. Euro. Im Bereich Xetra sank der Umsatz nach der Entkonsolidierung der Zertifikatebörse Scoach auf 70,8 (73,3) Mio. Euro. Ohne diesen Effekt wäre der Xetra-Umsatz um 13 Prozent gestiegen.
rts
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