Wirtschaft
Besonders treffen die Sanktionen den innovativen, mittelständisch geprägte Maschinen- und Anlagenbau, sagt der DIHK.
Besonders treffen die Sanktionen den innovativen, mittelständisch geprägte Maschinen- und Anlagenbau, sagt der DIHK.(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr als ein Drittel betroffen: Deutsche Firmen spüren Sanktionen

Was ihr Russland-Geschäft angeht, ist die Stimmung unter deutschen Unternehmen zwar noch wenig pessimistisch - lediglich ein Drittel erwartet für 2014 Rückgänge. Die Mehrheit jedoch rechnet mittelfristig mit negativen Folgen.

Der Handelskrieg zwischen der Europäischen Union und Russland schreckt bisher zwar nur eine Minderheit der deutschen Unternehmen mit Russlandgeschäft: Aber immerhin ein Drittel erwartet Einbrüche um bis zu 50 Prozent und mehr. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 300 Betrieben hervor.

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"Besonders stark ist der innovative, zumeist mittelständisch geprägte Maschinen- und Anlagenbau betroffen", sagte Volker Treier, stellvertretender Geschäftsführer des DIHK. Die beiderseitigen Sanktionen berühren 38 Prozent der befragten Unternehmen.

Knapp zwei Drittel der Firmen rechnen für 2014 allerdings mit gleichbleibenden oder besseren Ergebnissen auf dem größten Markt in Osteuropa. Der mittelfristige Ausblick ist aber deutlich eingetrübt. Vier von fünf Firmen halten die Wirtschaftssanktionen nicht für geeignet, um politische Lösungen herbeizuführen.

China ist der lachende Dritte

Größter Profiteur des Konflikts zwischen Russland und Europa ist China, das für die wegfallenden Produkte aus der EU in die Bresche springt. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Großmächten steigt deutlich an. "Die Hinwendung der Russen nach Asien, ob freiwillig oder gezwungen, ist jedoch eine ganz reale Herausforderung", sagte Rainer Seele, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer. Er forderte die Politiker auf, sich an einen Tisch zu setzen, um eine friedliche Lösung des Konflikts zu finden. "Wir unterstützen nicht, dass wir in eine Sanktionsspirale hineingehen", betonte Seele.

Der Strafkatalog verunsichert besonders die Hersteller von Dual-Use-Gütern, die sowohl für zivile und militärische Zwecke verwendet werden können. So müssen die Hersteller wegen der Sanktionen mittlerweile Ausfuhrgenehmigungen beantragen, wenn sie zum Beispiel Ersatzteile für schwere Landmaschinen nach Russland liefern wollen.

Mehrheit rechnet mit negativen Folgen

Die mittelfristigen Aussichten für das Russlandgeschäft sind wenig euphorisch. 58 Prozent der Unternehmen befürchten, dass der Ukraine-Konflikt früher oder später negative Folgen auf ihr Geschäft haben wird. "Das ist relativ viel", sagte Treier. "Die Sanktionen werden ihre volle Wirkung erst noch entfalten." Wegen der Rubelabwertung und einer konjunkturellen Schwäche ist das Geschäftsklima deutlich eingetrübt.

Dennoch sind drei Viertel der Unternehmen davon überzeugt, dass der russische Markt weiter sehr attraktiv ist. Nur acht Prozent denken darüber nach, Russland zu verlassen. 20 Prozent wollen mit Entlassungen reagieren, 26 Prozent Projekte stoppen.

Quelle: n-tv.de

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