Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft wächst - für einen durchgreifenden Aufschwung  brauche es jedoch Investitionen, sagt der BDI-Präsident.
Die deutsche Wirtschaft wächst - für einen durchgreifenden Aufschwung brauche es jedoch Investitionen, sagt der BDI-Präsident.(Foto: picture alliance / dpa)

BDI sorgt sich um Aufschwung: Deutsche Industrie dringt auf Investitionen

Der Zustand der deutschen Wirtschaft ist gut, sagt der Bundesverband der Deutschen Industrie. Aber: Für einen durchgreifenden Aufschwung fehlten Investitionen. Hier nimmt BDI-Präsident Grillo die Bundesregierung in die Pflicht.

Die deutsche Industrie rechnet in diesem Jahr mit einem stabilen Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt werde mit 1,5 Prozent genauso kräftig zulegen wie 2014, sagte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) voraus. "Trotz aller Turbulenzen und Unsicherheiten steht Deutschland zu Beginn des Jahres 2015 wirtschaftlich gut da", sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo.

Garant dafür sei der stabile Arbeitsmarkt. Hinzu kämen positive Effekte aus der Entlastung von Unternehmen und Verbrauchern durch niedrigere Ölpreise. "Auch die Exportwirtschaft behauptet sich erfolgreich", sagte Grillo "Vor allem dank des starken Wirtschaftswachstums in den USA."

Ein durchgreifender Aufschwung zeichne sich allerdings nicht ab. Ein Grund dafür sei die Investitionsschwäche. "In einigen Bereichen leben wir bereits von der Substanz", warnte Grillo. "Diese Investitionslücke wird sich rächen, wenn wir jetzt nicht bald handeln." Die Regierung müsse bessere Rahmenbedingungen und mehr Sicherheit schaffen. Dabei stehe die Umsetzung der Energiewende an vorderster Stelle.

"Deutschland braucht Zuwanderung"

Angesichts eines schuldenfreien Bundeshaushalts ergäben sich neue Spielräume. "Aus den Überschüssen im Staatshaushalt müssen vorrangig Investitionen finanziert werden", sagte der BDI-Chef. "Das gibt privaten Investoren Zuversicht und Vertrauen, so dass diese nachziehen werden." Wenn die Bundesregierung 50 Prozent der bis 2018 geplanten Mehrausgaben für investive Zwecke einsetzen würde, ergäben sich dafür 15 Milliarden Euro zusätzlich.

Mit Blick auf die aktuelle Debatte um Zuwanderer und Flüchtlinge sprach sich Grillo klar für Einwanderung aus: "Deutschland braucht Zuwanderung." Politik und Wirtschaft hätten die Aufgabe, das besser zu erklären. Die Pegida-Demonstrationen seien bisher nicht schädlich für das Image im Ausland.

An die deutsche Politik richtete Grillo den Aufruf, in den kommenden Monaten die Energiewende in einen verlässlichen Rahmen zu bringen und das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP voranzutreiben. "Wir dürfen keine Zeit verlieren. Denn wir müssen als Europäer aufpassen, dass uns Asien nicht abhängt", warnte der BDI-Chef. Er sprach sich dafür aus, die umstrittenen internationalen Schiedsgerichte nicht aus den Verhandlungen auszuklammern.

Quelle: n-tv.de

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