Service vielversprechendDeutsche Industrie enttäuscht

Bislang konnte sich Deutschland von den kränkelnden Wachstumszahlen im Euro-Raum abgrenzen. Damit ist jetzt offenbar Schluss. Im Mai schrumpft die deutsche Industrie so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Für Zuversicht sorgt der Dienstleistungssektor.
Die Geschäftsaktivität in der deutschen Privatwirtschaft ist in diesem Monat im Zuge der schwachen Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes erstmals seit sechs Monaten wieder gesunken. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes fiel auf 45,0 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 35 Monaten, wie der Datendienstleister Markit Economics im Rahmen der ersten Veröffentlichung mitteilte. Im Monat zuvor hatte der Index bei 46,2 Punkten gelegen. Volkswirte hatten im Mittel für diesen Monat einen Indexanstieg auf 47,0 prognostiziert.
Der Index für den Service-Sektor verharrte dagegen mit 52,2 auf dem Niveau des Vormonats, während Ökonomen einen Rückgang des Index auf 52,0 erwartet hatten.
Robuste Service-Nachfrage
Der aggregierte Sammelindex, der auf dem Produktionsindex für das verarbeitende Gewerbe und dem Index des Dienstleistungsbereichs basiert, ging auf 49,6 Punkte zurück und liegt damit erstmals seit sechs Monaten und erst zum zweiten Mal seit Juli 2009 wieder unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Im Vormonat hatte der Index bei 50,5 Punkten gelegen.
Markit-Ökonom Tim Moore sagte, der unveränderte Stand des Dienstleistungsindex zeige die robuste Inlandsnachfrage in Deutschland. Der Service-Bereich stelle ein wichtiges Gegengewicht zum schwächelnden Industrie-Sektor dar. Dabei sei die steigende Zuversicht im Dienstleistungsbereich besonders ermutigend.