Wirtschaft
Produktion beim Autozulieferer ElringKlinger.
Produktion beim Autozulieferer ElringKlinger.(Foto: dpa)

Einkaufsmanagerindex sinkt: Deutsche Industrie schaltet Gang zurück

Zwei Seiten eines schwachen Euro: Die deutschen Exportzahlen steigen, aber die Einfuhr von Rohmaterialien wird teurer. Die Industrie legt im April hinsichtlich ihres Wachstums eine Verschnaufpause ein.

Die deutsche Industrie hat ihr Wachstum zu Beginn des zweiten Quartals leicht gedrosselt. Der Einkaufsmanagerindex sank im April um 0,7 auf 52,1 Punkte, wie das Markit-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Das Barometer hielt sich über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. "Der deutsche Industriemotor hat im April einen Gang heruntergeschaltet", sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike. Dennoch liege der Wert auf dem zweithöchsten Stand der vergangenen neun Monate.

Der schwache Euro - der binnen eines Jahres etwa ein Fünftel an Wert zum US-Dollar verloren hat - beeinflusste die Entwicklung in zweierlei Hinsicht. "Einerseits trieb die Kursabwertung die Exportzahlen weiter in die Höhe, indem sie die Exportgüter für Kunden im europäischen Ausland vergünstigte", sagte Kolodseike. "Andererseits verteuerten sich die Importe von Rohmaterialien und anderen Güter, wodurch die Einkaufspreise insgesamt erstmals seit Januar 2014 wieder anstiegen."

Die Firmen steigerten die Produktion und arbeiteten ihren Auftragsbestand ab. Auch bei den Neuaufträgen wurde ein Plus gemessen. Hier fiel die Zuwachsrate jedoch eher gering aus.

Eurozone auf holprigem Erholungspfad

Die Industrie in der Eurozone setzte ihren moderaten Aufschwung fort. Der Einkaufsmanagerindex fiel laut Markit zwar im April um 0,2 auf 52,0 Punkte, blieb aber über der Wachstumsmarke. "Der Industriesektor "In Anbetracht der Sorgen um Griechenland ist es nicht verwunderlich, dass der Erholungspfad sich als holprig erweist", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Das Gefälle in den einzelnen Euro-Ländern bleibt groß. "Besonders grell blinken die Warnlampen über Frankreich und Griechenland", so Williamson. "Beide Länder verzeichneten zu Beginn des zweiten Quartals verstärkte Einbußen." Auch Irland und Spanien wuchsen nicht mehr schnell wie zuvor. Italien meldete dagegen das stärkste Wachstum seit einem Jahr. Auch in den Niederlanden und in Österreich geht es bergauf.

Quelle: n-tv.de

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