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Smartphone-Pionier fliegt aus US-Läden: Deutsche Telekom verbannt Blackberrys

Blackberry gilt als Vorreiter im Smartphone-Markt. Beliebt sind die Modelle der Kanadier vor allem bei Managern. Das ist auch heute noch so. Allerdings greifen Otto-Normalverbraucher eher zu den Modellen von Apple und Samsung. Das ruft die Telekom auf den Plan.

Der ums nackte Überleben kämpfende Blackberry-Konzern muss einen weiteren Rückschlag einstecken. Die amerikanische Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom kündigte an, keine Telefone des Smartphone-Pioniers mehr in ihren Läden zu führen. Die Nachfrage sei nicht hoch genug, sagte der hochrangige T-Mobile-Manager David Carey der Nachrichtenagentur Reuters. Die Geräte könnten aber zumindest weiter direkt bestellt werden. Ohnehin würden sie eher von Firmenkunden gekauft, die ihre Entscheidung nicht in Läden träfen.

In Deutschland droht dem kanadischen Hersteller derzeit keine Verbannung seiner Handys aus den Shops. Es gebe keine Veranlassung, den US-Kollegen zu folgen, sagte ein Telekom-Sprecher. Der Markt für Blackberrys sei recht stabil. Ein Vodafone -Sprecher ergänzte, der Umsatz mit Blackberry-Geräten liege im Rahmen der Erwartungen. "Die Handys sind vor allem bei Geschäftskunden weiter gefragt."

Auch der unter der Marke O2 bekannte Anbieter Telefonica hält Blackberry die Treue: "Insbesondere bei Geschäftskunden sind die Geräte beliebt", so ein Unternehmenssprecher. Die Kanadier überlegen, sich künftig nur noch auf Firmenkunden zu konzentrieren. Analysten bezweifeln allerdings, dass mit so einer Taktik die Abwärtsspirale durchbrochen werden kann.

Detaillierte Zahlen am Freitag

Die amerikanische Tochter der Deutschen Telekom ist in den USA der viertgrößte Mobilfunk-Anbieter. Blackberry - einst weltweit die erste Wahl bei Politikern und Managern - hat im Konkurrenzkampf mit Apple und vor allem Samsung den Anschluss verloren. Deren Handys sind auch bei Firmenkunden immer stärker vertreten.

Die neuen Geräte von Blackberry sind auch deswegen zum Ladenhüter geworden. Ein Milliarden-Verlust im abgelaufenen Quartal war die Folge. Das vom Deutschen Thorsten Heins geführte Unternehmen aus Kanada steht derart unter Druck, dass jeder dritte Mitarbeiter gehen muss.

Blackberry-Aktien gaben am Mittwoch im US-Handel mehr als 6 Prozent nach, bereits am Dienstag hatten sie deutlich eingebüßt. Am Kapitalmarkt wachsen die Zweifel, ob die 4,7 Milliarden Dollar schwere Übernahme-Offerte des kanadischen Finanzdienstleistern Fairfax Erfolg haben wird. Dieser will den Smartphone-Anbieter zusammen mit anderen Investoren kaufen und dann abseits der Börse in Ruhe sanieren.

Blackberry will am Freitag detaillierte Geschäftszahlen vorlegen. Eine Telefonkonferenz mit dem Management, die Antworten auf viele strategische Fragen hätte bringen können, wurde aber kurzfristig abgesagt.

Quelle: n-tv.de

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