Wirtschaft

Einkaufsmanagerindex besser als erwartet: Deutsche Wirtschaft brummt

Deutschlands Industrie lässt ihre stagnierende Phase hinter sich. Der Markit-Einkaufsmanager macht im August einen kräftigen Satz nach oben. Experten sehen die größte Volkswirtschaft der Eurozone auf stabilem Fundament. Auch die Daten aus dem gesamten Währungsraum geben Anlass zum Optimismus.

In Deutschland wird wieder richtig rangeklotzt.
In Deutschland wird wieder richtig rangeklotzt.(Foto: picture alliance / dpa)

Die deutsche Industrie ist so gut in Schuss wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex stieg im August um 1,3 auf 52,0 Punkte, wie das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 1000 Unternehmen mitteilte. Das Barometer liegt damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Ökonomen hatten lediglich 51,2 Punkte erwartet.

"Die Industrie brummte im August regelrecht", sagte Markit-Ökonom Tim Moore. "Die Umfrage bestätigt, dass die deutsche Wirtschaft wieder auf festen Beinen steht und voraussichtlich auch im dritten Quartal auf Wachstumskurs bleibt." Im zweiten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent zugelegt, nachdem die Wirtschaft zu Jahresbeginn noch stagnierte.

Dienstleister stellen ein

Die Industrie profitierte im August insbesondere von anziehenden Exportaufträgen. Zuvor waren die Neubestellungen aus dem Ausland fünf Monate in Folge zurückgegangen. "Die wieder anziehende Exportnachfrage nach Industrieerzeugnissen 'Made in Germany' sorgte für die stärksten Produktionssteigerungen seit über zwei Jahren", sagte Moore. Erstmals seit März konnten die Industriefirmen ihre Preise ab Werkstor wieder erhöhen, während sie ihre eigenen Kosten weiter drückten.

Auch die Dienstleister spüren Aufwind. Das entsprechende Barometer legte um 1,1 Punkte auf 52,4 Zähler zu. Positiv stimmt auch, dass in dem Sektor unter dem Strich weiter Jobs entstehen. "Das deutet daraufhin, dass mit Blick auf den kurzfristigen Geschäftsausblick größere Zuversicht vorherrscht", sagte Moore weiter.

Auch in Euroland zeigen die Pfeile nach oben

Auch die Eurozone befindet sich weiter auf Erholungskurs. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft stieg um 1,2 auf 51,7 Punkte. Analysten hatten lediglich 50,9 Zähler erwartet. Das Barometer lag damit den zweiten Monat in Folge über der Marke von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. Davor war es 17 Monate in Folge bergab gegangen.

"Der Aufschwung der Euro-Zone hat im August spürbar an Dynamik gewonnen", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Bislang sieht alles danach aus, als könnte das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal so gut ausfallen wie seit dem Frühling 2011 nicht mehr." Erst im abgelaufenen Quartal hatte die Euro-Zone durch ein Wachstum von 0,3 Prozent die längste Rezession ihrer Geschichte beendet.

Lebenszeichen von der Peripherie

"Deutschland ist der Wachstumsmotor", sagte Williamson. Auch in den krisengeschüttelten Peripheriestaaten nehme der lang erwartete Aufschwung so langsam Gestalt an. "Wirtschaftswachstum und Auftragseingang legten hier so stark zu wie seit Anfang 2011 nicht mehr", sagte Williamson. "Eine verbreitet anziehende Binnen- und Exportnachfrage deuten auf einen wirklich nachhaltigen Aufschwung hin." Dagegen stehe hinter Frankreich noch ein Fragezeichen, wo insbesondere der Dienstleistungssektor schwächele.

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie kletterte um einen Zähler auf 51,3 Punkte. Das ist der beste Wert seit 26 Monaten. Die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends stehen nicht schlecht, da die Aufträge so stark zulegten wie seit Mai 2011 nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister stieg um 1,2 auf 51,0 Punkte und erreichte damit ein Zwei-Jahres-Hoch.

Allerdings reichte das Wachstum in beiden Sektoren nicht aus, um neue Jobs zu schaffen. Krisenländer wie Griechenland und Spanien leiden unter einer Rekordarbeitslosigkeit, die einer nachhaltigen Konjunkturbelebung im Weg steht.

Quelle: n-tv.de

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