Wirtschaft
Baustelle eines Shoppingcenters in der Hauptstadt Neu Dehli.
Baustelle eines Shoppingcenters in der Hauptstadt Neu Dehli.(Foto: REUTERS)

Die Inder kommen: Deutsche Wirtschaft büßt an Bedeutung ein

In einer Studie umreißen Experten die Wirtschaftskraft in 20 Jahren. Dabei wird sich in der Spitzengruppe wenig ändern und Deutschland weiter eine wichtige Rolle spielen. Allerdings sinkt der Anteil am Welt-BIP und ein Aufsteiger verdrängt die deutsche Wirtschaft vom vierten Platz.

Deutschlands Wirtschaft wird in den kommenden Jahren einer Studie zufolge an Bedeutung einbüßen. Bis 2035 wird das Schwellenland Indien Deutschland dann von Platz vier verdrängt haben, wie "Die Welt" unter Berufung auf eine Untersuchung des Forschungsinstituts Prognos berichtet. Unangefochtener Spitzenreiter bleiben die USA, gefolgt von China und Japan.

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt Indiens Premierminister Manmohan Singh im April in Berlin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt Indiens Premierminister Manmohan Singh im April in Berlin.(Foto: REUTERS)

Demnach werden die USA ihr Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2035 von derzeit 11 Billionen auf 19 Billionen Euro steigern. China wird im selben Zeitraum sein BIP von aktuell 3,7 Billionen auf 11 Billionen Euro anheben können. "China holt rasant auf, aber das wird längst nicht reichen, um die USA bis zum Jahr 2035 vom Thron zu stoßen", sagte Prognos-Chefökonom Michael Böhmer.

Die USA werde dann einen Anteil von 27 Prozent an der weltweiten Wirtschaftskraft  haben - etwas weniger als derzeit. China komme auf 16 Prozent. Deutschland folgt den Angaben zufolge nach Japan und Indien nur auf Platz fünf mit einem Anteil von etwa 4,6 Prozent - derzeit sind es mehr als 6 Prozent.

Düstere Prognosen für Euro-Krisen-Staaten

Trotz des weiteren BIP-Anstiegs werden sich jedoch gerade China und Indien von den bisherigen Wachstumsraten verabschieden müssen. "Momentan beklagt sich Chinas Regierung, wenn das Wachstum unter acht Prozent fällt. In Zukunft wird das Land froh sein, wenn es beim BIP noch eine Vier vor dem Komma schafft", sagt Böhmer der Zeitung.

Zwei andere der insgesamt fünf BRICS-Staaten - Brasilien und Russland - werden bis 2035 noch nicht zu den Industrieländern aufgeschlossen haben. Laut Böhmer wird bei keinem der vier Länder "das Wachstum ausreichen, um den Vorsprung der Industrienationen beim Pro-Kopf-Einkommen aufzuholen". Selbst die Euro-Krisen-Länder Portugal und Griechenland werden sie mit einem angenommenen Pro-Kopf-Einkommen von gut 19.000 Euro überflügeln. Allerdings ist sich der Prognos-Experte sicher, dass gerade diese beiden Sorgenkinder der Eurozone "zunehmend in Richtung der Schwellenländer abgleiten" werden.

In die Studie zu 42 Ländern wurden laut dem Bericht Faktoren wie die demografische Entwicklung, aber auch die Verschuldungsziele und Prognosen zu Faktoren wie Ölpreis, Inflation und Handel einbezogen. Die untersuchten Länder erbringen knapp 94 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Zugleich basieren die Prognosen auf festen Wechselkursen zwischen den Ländern.

Quelle: n-tv.de

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