Wirtschaft
Es wird kräftig in Maschinen investiert.
Es wird kräftig in Maschinen investiert.(Foto: Felix Kädpa)
Dienstag, 23. Mai 2017

Guter Start ins Jahr: Deutsche Wirtschaft erhöht Drehzahl

In Deutschland brummt der Konjunkturmotor weiter. Dazu tragen unter anderem auch steigende Investitionen der Unternehmen bei. Aber auch der Binnenkonsum und die Exportwirtschaft florieren.

Die deutsche Wirtschaft ist mit Schwung ins Jahr 2017 gestartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs angetrieben vom Bauboom, steigenden Unternehmensinvestitionen und Exporten sowie dem Konsum im Inland im ersten Quartal um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Ende 2016 hatte Europas größte Volkswirtschaft moderater um 0,4 Prozent zugelegt.

Die Unternehmen gaben ihre Zurückhaltung auf und investierten kräftig in Maschinen und andere Ausrüstungen (plus 1,2 Prozent). Der ohnehin schon boomende Bau profitierte auch von der vergleichsweise milden Witterung. Die Investitionen stiegen gegenüber dem Vorquartal um 2,3 Prozent.

Die Verbraucher waren trotz der zum Jahresanfang gestiegenen Inflation weiterhin in Konsumstimmung. Sparen wirft wegen der Zinsflaute kaum noch etwas ab und die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch günstig. Das heizt die Kauflaune an. Auch die Ausgaben des Staates unter anderem für die Unterbringung Hunderttausender Flüchtlinge trugen zum Wachstum bei.

Positive Impulse kamen nach Angaben der Statistiker zudem vom Außenhandel - die Exporte stiegen stärker als die Importe. Deutschlands Exportunternehmen profitierten von der Erholung der Weltwirtschaft und dem schwächeren Euro, das treibt die Nachfrage nach "Made in Germany" an.

Reaktion von Volkswirten

Uwe Burkert, LBBW: "Das ist das traditionelle Bild der deutschen Konjunktur: Die Exporte geben den Takt vor. Aber auch mit den Investitionen kann man zufrieden sein. Da wir für den weiteren Jahresverlauf wieder mit sinkenden Inflationsraten rechnen, bietet sich für die Konjunktur insgesamt ein positives Bild. Unter Korrektur um die Kalendereffekte, die dieses Jahr besonders deutlich ins Gewicht fallen und rund 0,3 Prozentpunkte Wachstum kosten, dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung 2017 um 1,8 Prozent zulegen.

Thomas Gitzel, VP Bank Lichtenstein: "Das Wirtschaftswachstum gewinnt an Breite. In den vergangenen Quartalen schob vor allem der private Konsum das Wachstum an, nun kommen auch die Investitionen und die Exporte in Fahrt. Es wachsen die Hoffnungen auf einen sich selbstverstärkenden Aufschwung. Auch die bessere wirtschaftliche Situation vieler Schwellenländer hilft der deutschen Wirtschaft. Das Exportwachstum zeigt mehr Dynamik. Mario Draghis Niedrigzinspolitik fällt in Deutschland auf fruchtbaren Boden. Die gute Beschäftigungssituation lässt viele private Haushalte zuversichtlich in die Zukunft schauen."

Ulrike Kastens, Sal. Oppenheim: "Dieses Mal waren es vor allem die Nettoexporte, die das Wachstum in Deutschland getragen haben. Deutschland profitierte dabei von der anziehenden Weltkonjunktur, was sich auch in den kommenden Monaten noch weiter fortsetzen sollte. Die Binnennachfrage läuft nach wie vor stabil. Konsum und Bauwirtschaft profitieren vom soliden Arbeitsmarkt und den niedrigen Zinsen. Das erste Mal seit drei Quartalen konnten auch die Ausrüstungsinvestitionen im Vorquartalsvergleich wieder zu legen. Zwar hellen sich die weltweiten Absatzerwartungen für deutsche Unternehmen auf, unserer Meinung nach bleiben aber Fragezeichen, ob sich dies schnell in stärker steigenden Ausrüstungsinvestitionen niederschlagen wird. Somit bleibt dies das einzige Haar in der Suppe. Dennoch: Für die deutsche Wirtschaft wird das Jahr 2017 ein sehr erfolgreiches Jahr werden."

Quelle: n-tv.de

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