Wirtschaft
Gedränge im Rangierbahnhof Maschen südlich des Hamburger Hafens: Die Beurteilung der Geschäftslage hat sich laut DIHK "auf einem immer noch hohen Niveau" stabilisiert.
Gedränge im Rangierbahnhof Maschen südlich des Hamburger Hafens: Die Beurteilung der Geschäftslage hat sich laut DIHK "auf einem immer noch hohen Niveau" stabilisiert.(Foto: REUTERS)

Mental hinter der Talsohle: Deutsche Wirtschaft fasst Mut

Die Angst in den Chefetagen deutscher Unternehmen vor einem Konjunktur-Rückschlag lässt nach: Eine breit angelegte Befragung lässt die DIHK-Experten zu einem ermutigenden Ergebnis gelangen. Deutschland kommt wohl "glimpflich durch die Konjunkturdelle".

Zumindest mental hat die deutsche Wirtschaft ihre Talfahrt gestoppt. "Die Konjunktur fängt sich zu Jahresbeginn 2013", stellt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fest. Die Behauptung der DIHK-Experten ist dabei nicht aus der Luft gegriffen: Sie ist das Fazit einer Umfrage unter mehr als 28.000 Unternehmen.

Rund 62 Prozent der Unternehmen erwarten, dass ihre Geschäfte in den nächsten Monaten in etwa so laufen wie bisher. An bessere Umsätze glauben 20 Prozent. Der Anteil der Pessimisten ging im Vergleich zum Herbst von 22 auf 18 Prozent zurück. "Die deutsche Wirtschaft dürfte somit glimpflich durch die Konjunkturdelle kommen", erklärt der DIHK. Als größte Gefahr für das Wachstum sehen die Firmen die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise.

Die Beurteilung der Geschäftslage habe sich "auf einem immer noch hohen Niveau" stabilisiert, heißt es in der Auswertung. Die Aussichten werden sogar etwas besser bewertet als im Herbst: Die Summe der "guten" und "befriedigenden" Erwartungen stieg auf zusammen 82 Prozent nach 78 Prozent im Herbst 2012. Vor allem in der Industrie gebe es mehr Zuversicht.

Auch die Exporterwartungen verbesserten sich, liegen aber noch nicht wieder auf dem Niveau des Sommers 2012. Die Summe der Bewertungen mit "gut" und "befriedigend" erreichte 86 Prozent nach 80 Prozent vor einem Vierteljahr. Die Investitionspläne blieben auf dem Herbst-Niveau, doch wurde auch hier ein rückläufiger Trend gestoppt.

Lange Gesichter am Arbeitsmarkt

Kaum verändert sieht es bei der Beschäftigung aus. "Die Beschäftigungspläne der Unternehmen bleiben leicht im Plus, für einen deutlichen Einstellungsschub reicht es allerdings nicht", hieß es in den Ergebnissen der Erhebung. Der DIHK rechnet mit einem Anstieg der Beschäftigung um 150.000. Die Wirtschaftsleistung dürfte 2013 wie schon im Herbst vorhergesagt um 0,7 Prozent wachsen.

Im vierten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt nach Prognose des Statistischen Bundesamtes mit 0,5 Prozent so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Für das laufende erste Quartal rechnet eine Auswahl befragter Ökonomen wieder mit einem Wachstum von 0,2 Prozent.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium erwartet ein baldiges Ende der Konjunkturschwäche. "Die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft hellen sich allmählich auf", heißt es im aktuellen Monatsbericht. Die DIHK-Umfrage wurde Mitte Januar abgeschlossen. Etwaige stimmungsaufhellende Aspekte aus den vergangenen Wochen flossen damit nicht mehr in die Untersuchung ein.

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Quelle: n-tv.de

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