Wirtschaft
Gleißendes Licht: Der Salar de Uyuni in der bolivianischen Hochebene.
Gleißendes Licht: Der Salar de Uyuni in der bolivianischen Hochebene.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 17. Juli 2017

Großanlage für das weiße Gold: Deutsche planen Lithiumabbau in Bolivien

Boliviens Präsident kündigt eine "große Industrie" für den Lithiumabbau im Land an. Eine Anlage ist bereits im Bau, eine weitere wird von einem Unternehmen aus Thüringen geplant.

Boliviens Staatschef Evo Morales sieht für sein Land wegen der rasant steigenden Weltmarktpreise für den Rohstoff Lithium goldene Zeiten anbrechen. "Wir werden eine große Lithium-Industrie aufbauen, über 800 Millionen Dollar stehen dafür bereit", sagte Morales. Nach Tests mit einer Pilotanlage soll nun eine große Förderanlage im Salzsee von Uyuni errichtet werden, wo die größten Vorkommen der Welt liegen.

Der Rohstoff gilt als das "weiße Gold": Er wird für die Batterien von Elektroautos, für die Speicheranlagen von überschüssigem Solarstrom und für Mobiltelefon-Akkus gebraucht. Derzeit wird der Lithiummarkt von Chile und Argentinien dominiert, aber Bolivien hat mit geschätzt neun Millionen Tonnen die größten Reserven. Bisher wird aber kaum etwas gefördert, auch weil der Salzsee von Uyuni die größte Tourismusattraktion des Landes ist.

Morales betonte, man werde das Geschäft nicht ausländischen Konzernen überlassen, sie könnten sich aber beteiligen. Auch deutsche Unternehmen bewerben sich um den Bau der großen Lithiumanlage im Uyuni-Salzsee, die derzeit vom Thüringer Unternehmen K-Utec geplant wird.

Auf rund 40 Quadratkilometern entsteht in Uyuni derzeit ein Komplex zum Abbau von Lithium und Kaliumchlorid, das für den Düngemitteleinsatz verwendet wird. Diese Anlage wird von einem Unternehmen aus China gebaut.

Der Weltmarktpreis für die Tonne Lithiumkarbonat hat sich binnen kurzer Zeit fast verdoppelt auf bis zu 13.000 Dollar. Morales sagte, Lithium werde für Bolivien das neue Erdgas. Er bestritt, dass der größte Salzsee der Welt, wegen seiner surrealen Naturlandschaften weltbekannt, dadurch zerstört werde. Die Förderung werde nur in einem kleinen Bereich stattfinden. "Der Salar de Uyuni ist über 10.000 Quadratkilometer groß."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen