Wirtschaft
Der fallende Ölpreis trägt zur Kauflaune der Deutschen bei - trotz Euro-Krise.
Der fallende Ölpreis trägt zur Kauflaune der Deutschen bei - trotz Euro-Krise.(Foto: imago/Westend61)

Krisen - welche Krisen?: Deutschen sitzt das Geld weiter locker

Sinkende Energiepreise treiben den GfK-Index auf den höchsten Stand seit 14 Jahren. Die Deutschen geben weiter lieber das Geld aus, anstatt es zu sparen. Der erste Tarifabschluss des Jahres dürfte die Entwicklung stützen.

Billiges Öl, mehr Lohn und die gute Konjunktur befeuern die Kauflust der Deutschen. Dagegen perlen die Krisen in der Ukraine und Griechenland scheinbar an ihnen ab. Und so steigt die Stimmung auf das höchste Niveau seit Oktober 2001, wie aus der Umfrage der Nürnberger GfK unter 2000 Verbrauchern hervorgeht. Das Konsumbarometer legt demnach im März um unerwartet starke 0,4 auf 9,7 Punkte zu.

Damit kann auch der Handel auf weiterhin gute Geschäfte hoffen: Die Neigung der Bürger, sich Teures wie Autos oder Möbel zu gönnen, wächst. "Der Einbruch bei den Energiepreisen stärkt die Kaufkraft der privaten Haushalte und lässt Spielraum für weitere Anschaffungen", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Die sich zuletzt zuspitzende Lage in der Ostukraine sowie die Griechenland-Schuldenkrise beeindrucken die Konsumenten laut GfK derzeit hingegen kaum. Sie blicken zunehmend optimistisch auf die Konjunktur. Zugleich sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass immer weniger Deutsche ihr Geld auf die hohe Kante legen: Die Sparneigung fiel im Februar auf ein neues Tief. Zudem sehen die Bürger ihre Einkommensaussichten immer rosiger.

Ausgeben statt sparen

Der erste große Tarifabschluss in diesem Jahr dürfte sie in ihrem Optimismus bestärken: Die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie können sich über ein Lohnplus von 3,4 Prozent freuen. Bei zuletzt gefallenen Verbraucherpreisen haben die Arbeitnehmer damit deutlich mehr Geld in der Tasche: Da sich sparen derzeit kaum lohnt, geben sie ihr Geld lieber aus, wie aus der Umfrage hervorgeht.

Die Bereitschaft zum Kauf teurer Waren verbessert sich im Februar zum fünften Mal in Folge. Höher war sie zuletzt Ende 2006. Allerdings dürfte der Konsumzuwachs abflachen, wenn "die Segnungen aus dem Ölpreisrückgang allmählich verblassen", prophezeit Ökonom Uwe Dürkop von der Berliner Sparkasse.

Quelle: n-tv.de

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