Wirtschaft
Container werden in Köln auf dem Umschlagterminal Köln Eifeltor vom Lkw auf die Bahn und umgekehrt verladen.
Container werden in Köln auf dem Umschlagterminal Köln Eifeltor vom Lkw auf die Bahn und umgekehrt verladen.(Foto: dpa)

Knapp an Rezession vorbei: Deutsches Wachstum schwach

In der deutschen Wirtschaft werden im kommenden Jahr kleinere Brötchen gebacken. Die OECD prognostiziert ein Wachstum von 0,5 Prozent. An einer Rezession kommt man gerade noch so herum. Eine deutliche Belebung wird für 2014 erwartet.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) traut der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr nur ein halb so starkes Wachstum zu. Das Bruttoinlandsprodukt werde um 0,5 Prozent zulegen. "Die Konjunktur kühlt sich wegen des schwächeren Welthandels spürbar ab", hieß es in dem Ausblick.

Eine deutliche Belebung werde es erst 2014 geben. Dann soll das Bruttoinlandsprodukt um 1,9 Prozent wachsen. Die Bundesregierung erwartet 2013 ein Plus von 1,0 Prozent, im zu Ende gehenden Jahr sollen es 0,8 Prozent sein.

Um den Jahreswechsel herum schrammt Deutschland nur haarscharf an einer Rezession vorbei. Im laufenden vierten Quartal werde das Bruttoinlandsprodukt mit 0,2 Prozent zum ersten Mal seit einem Jahr wieder schrumpfen. Anfang 2013 werde es dann eine Stagnation geben, ehe es im Jahresverlauf eine Rückkehr zu Wachstum geben werde, sagte Deutschland-Experte Andres Fuentes. Ökonomen sprechen bei zwei Minus-Quartalen in Folge von Rezession.

Die größte Gefahr für Europas größte Volkswirtschaft gehe von der Schuldenkrise aus. "Die Krise im Euroraum stellt das Hauptrisiko bei diesem Ausblick dar", warnt die OECD. "Falls die Spannungen an den Märkten für Staatsanleihen im Euroraum stark bleiben, werden sich die deutschen Exporte möglicherweise nicht in dem projizierten Ausmaß erholen." Dann könnte sich auch die Bilanzlage der inländischen Banken verschlechtern, "was restriktivere Finanzierungsbedingungen zur Folge hätte."

Langzeitarbeitslosigkeit bleibt hoch

Dass Deutschland im Unterschied zu der Euro-Zone eine Rezession aber voraussichtlich erspart bleiben dürfte, führt die Organisation für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung auf die robuste Binnennachfrage zurück. "Sie wird von ungewöhnlich niedrigen Zinsen gestützt", schrieben die Experten. Auch steigende Löhne dürften den Konsum ankurbeln. "Bessere Exportaussichten, ein steigendes Vertrauen und günstigere Finanzierungsbedingungen dürften wiederum den Investitionen Auftrieb geben."

Dennoch werde die Arbeitslosigkeit leicht zunehmen. Die nach international einheitlichen Standards berechnete Arbeitslosenquote soll in diesem Jahr auf 5,3 Prozent fallen, bis 2014 aber wieder auf 5,6 Prozent steigen. "Der Anteil der Langzeitarbeitslosigkeit ist nach wie vor groß", hieß es. "Und in einigen Berufen ist ein Fachkräftemangel entstanden, was den Schluss nahe legt, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt angespannt hat."

Die OECD sieht die Bundesrepublik auf gutem Weg hin zu einem schuldenfreien Staatshaushalt. "Das Haushaltsdefizit dürfte 2012 bei nahezu null liegen." Wegen der schwachen Konjunktur werde es in den kommenden beiden Jahren "geringfügig" höher ausfallen.

Quelle: n-tv.de

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