Wirtschaft
Wirtschaftskraft, gepaart mit einer vorsichtigen Finanzpolitik: Das wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gerne lesen.
Wirtschaftskraft, gepaart mit einer vorsichtigen Finanzpolitik: Das wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gerne lesen.(Foto: REUTERS)

"AAA" für Stärke und Staatsfinanzen: Deutschland beeindruckt S&P

Inmitten von Krisen und Chaos ragt ein Staat wie eine Trutzburg der Zuverlässigkeit heraus: Die Bundesrepublik schneidet in der Bewertung einflussreicher Analysten erneut erstklassig ab. Merkels "Wir schaffen das" ruht demnach auf einer starken Basis.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Bestnote für Deutschland bestätigt. Die Kreditwürdigkeit der größten Volkswirtschaft der Eurozone werde weiter mit "AAA" bewertet, teilte S&P am Abend nach Börsenschluss mit. Eine Herabstufung sei nicht zu erwarten. Der Ausblick bleibe daher "stabil".

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Deutschland habe eine moderne, breit aufgestellte und wettbewerbsfähige Wirtschaft, urteilten die S&P-Experten, die im Rahmen ihrer Bonitätsbewertung die Kennzahlen sämtlicher Industriestaaten sowie zahlreicher Schwellen- und Entwicklungsländer regelmäßig unter die Lupe nehmen.

Die Wirtschaftskraft ist in den Augen der Analysten nicht das einzige starke Standbein: Die Regierung betreibe zudem eine vorsichtige Finanzpolitik, wie die Analysten betonten. Deutschland sei in der Lage, große wirtschaftliche Schocks zu verkraften. Die Flüchtlingskrise dürfte laut S&P die Staatsfinanzen kaum belasten.

Nüchterne Analyse

Angesichts der Schwäche in den Schwellenländern erwartet S&P für Deutschland 2015 nur noch ein Wachstum von 1,5 Prozent. Im Juli war die Ratingagentur hier noch von einem Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 2,0 Prozent ausgegangen.

Die Flüchtlingskrise dürfte die deutschen Staatsfinanzen nach Einschätzung von S&P kaum belasten. Zusätzliche Ausgaben würden im Jahr 2016 durch Kürzungen an anderer Stelle kompensiert, heißt es. Der Staatshaushalt dürfte in den Jahren 2015 bis 2018 weitgehend ausgeglichen sein. Wachsende Steuereinnahmen und die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) würden die Finanzpolitik erleichtern.

Das Urteil von außen dürfte die Position von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble in der internationalen Debatte um Staatsfinanzen, Schuldenpolitik und die Bewältigung der Flüchtlingskrise stärken. Merkel hatte mit ihrem mittlerweile sprichwörtlichen Zitat "Wir schaffen das" in Bezug auf die Aufnahme, Unterbringung und Integration von Asylsuchenden in den vergangenen Monaten Kritik auf sich gezogen. Die Einschätzung von S&P scheint die zuversichtliche Haltung zu bestätigen.

Quelle: n-tv.de

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