Wirtschaft
Deutschlands Wirtschaft stehe weiterhin unter Dampf, sagt das Bundeswirtschaftsministerium. Doch die Eurozone ziehen derzeit andere.
Deutschlands Wirtschaft stehe weiterhin unter Dampf, sagt das Bundeswirtschaftsministerium. Doch die Eurozone ziehen derzeit andere.(Foto: AP)

Griechen fallen in Rezession zurück: Deutschland bremst Eurowachstum

Die Konjunktur im Euroraum zieht an. Allerdings ist es Anfang 2015 nicht die altgediente Konjunkturlokomotive Deutschland, die die europäische Wirtschaft zieht. Zwei längjährige Sorgenkinder geben dagegen Gas.

Die Konjunktur im Euro-Raum nimmt spürbar Fahrt auf. Das Bruttoinlandsprodukt der 19 Staaten im gemeinsamen Währungsraum stieg zwischen Januar und März um 0,4 Prozent. Damit wuchs die Wirtschaft zum Jahresanfang so kräftig wie zuletzt im Frühjahr 2013, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte.

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Deutschland als größte Volkswirtschaft der Euro-Zone enttäuschte jedoch. Das BIP der Bundesrepublik stieg von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit hat das Wachstum in Deutschland, das in den vergangenen Jahren noch als Konjunkturlokomotive Europas galt, entgegen des Trends in der Eurozone an Schwung verloren. Ende 2014 war die deutsche Wirtschaftsleistung verglichen mit dem vorangegangenen Vierteljahr noch um 0,7 Prozent gestiegen.

Stattdessen kamen Impulse von der Nummer Zwei: Frankreichs Bruttoinlandsprodukt stieg mit 0,6 Prozent überraschend kräftig und zugleich so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Auch Italiens Wirtschaft, die drei Jahre Stagnation hinter sich hat, wittert Morgenluft. Das italienische BIP wuchs um 0,3 Prozent und ließ damit die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg hinter sich.

Gegen den Trend in die Rezession zurückgefallen ist dagegen die griechische Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte laut Eurostat von Januar bis März um 0,2 Prozent zum Vorquartal. Am Jahresende 2014 war die Wirtschaftsleistung sogar um 0,4 Prozent gefallen. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Deutschland setzt auf Konsum statt Export

Dabei Griechenland war im Gesamtjahr 2014 nach jahrelanger Krise erstmals wieder gewachsen: Das Bruttoinlandsprodukt kletterte um rund 0,8 Prozent. Für dieses Jahr hatte die EU-Kommission dem Krisenland sogar ein Wachstum von 2,5 Prozent prophezeit.

Der anhaltende Schuldenstreit untergräbt die wirtschaftliche Gesundung jedoch. Die EU-Kommission senkte ihre Prognose auf nur noch 0,5 Prozent Wachstum in 2015.

Der aktuelle Dämpfer für Deutschlands Wachstum kommt für die exportorientierte Wirtschaft von ungewohnter Seite: dem Außenhandel. Zwar wurden zum Jahresbeginn etwas mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im Vorquartal. Die Importe stiegen aber "sehr viel kräftiger", wie die Statistiker nach vorläufigen Berechnungen mitteilten.  

Für die positiven konjunkturellen Impulse im ersten Quartal 2015 waren nach Angaben der Statistiker vor allem die privaten Haushalte und der Staat verantwortlich, die mehr Geld für Konsumgüter ausgaben. Außerdem wurde zu Jahresbeginn deutlich mehr in Bauten, Anlagen und Ausrüstungen investiert als Ende 2014.

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet allerdings im Laufe des Frühjahrs mit einem positiven Impuls für die deutschen Export, weil die Abwertung des Euro die Wettbewerbsfähigkeit verbessern werde, erklärte das Ministerium.

Quelle: n-tv.de

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