Wirtschaft
(Foto: picture alliance / Paul Zinken/d)
Mittwoch, 11. Oktober 2017

Mehr Jobs, Geld und Konsum: Deutschland erwartet starkes Wachstum

Der Wirtschaftsmotor läuft auf Hochtouren, die Zahlen sehen glänzend aus: Kurz vor Beginn der neuen Legislaturperiode schraubt Bundeswirtschaftsministerin Zypries die offizielle Wachstumsprognose deutlich nach oben.

Die Bundesregierung sieht die deutsche Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr voraussichtlich um 2,0 Prozent und im kommenden Jahr um 1,9 Prozent steigen, teilte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries bei der Vorstellung der sogenannten Herbstprojektion mit. In ihrer Frühjahrsprognose war die Bundesregierung für 2017 noch von einem Wachstum von 1,5 Prozent und von 1,6 Prozent für 2018 ausgegangen.

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"Der deutschen Wirtschaft geht es gut", erklärte die SPD-Politikerin. Die nächste Bundesregierung müsse dafür sorgen, "dass das so bleibt", fügte sie hinzu. Die Konjunktur in Deutschland habe "an Schwung und Breite gewonnen" und bleibe auch in den kommenden Jahren auf Wachstumskurs.

Bundesregierung: Nachfrage zieht an

Die Konjunkturexperten im Wirtschaftsministerium gehen davon aus, dass ein deutlicher Zuwachs an Beschäftigung sowie anziehende Löhne zu höheren Konsumausgaben der privaten Haushalte führen dürften. Erwartet wird zudem, dass die Importe 2017 und 2018 kräftiger steigen als die Ausfuhr von Waren ins Ausland. Dadurch könnte auch der viel kritisierte Exportüberschuss in der deutschen Handelsbilanz etwas abschmelzen.

Angesichts der "hohen Arbeitsnachfrage" werde außerdem mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit gerechnet, teilte die Regierung mit. Schon jetzt steht der deutsche Arbeitsmarkt bei den Arbeitslosenquoten so gut da wie seit Jahren nicht mehr.

Inflation knapp unter der EZB-Schwelle

Bewegung dürfte es auch bei der Inflation geben: Die Verbraucherpreise dürften laut Herbstprojektion der Bundesregierung in diesem Jahr vor allem aufgrund steigender Preise für Energie und Nahrungsmittel um 1,8 Prozent und 2018 um 1,6 Prozent anziehen. 2016 hatte dieser Anstieg 0,5 Prozent betragen. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft der Eurozone. Ein dauerhafter Preisauftrieb nahe der 2-Prozent-Schwelle dürfte über kurz oder lang auch die Europäische Zentralbank (EZB) bewegen.

Die Eckwerte der Herbstprojektion bilden die Grundlage für die Steuerschätzung, die in diesem Jahr vom 7. bis 9. November stattfindet. Die Daten dienen zudem als Orientierungsrahmen bei der Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen.

Ende September hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten ihre Wachstumsprognose für 2017 ebenfalls deutlich angehoben und auf 1,9 Prozent nach oben korrigiert. Die Bundesregierung ist damit mit Blick auf das Wirtschaftswachstum etwas optimistischer als die Forschungsinstitute.

Quelle: n-tv.de

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