Wirtschaft

Globalisierung öffnet Schere weiter: Deutschland ist großer Nutznießer

Die Globalisierung vergrößert einer Studie zufolge den Abstand zwischen den reichen und den armen Ländern. Die Exportnation Deutschland gehört dabei zu den größten Gewinnern. Die Wohlstandslücke bleibt dennoch das größte Problem.

Blick auf den Hamburger Hafen.
Blick auf den Hamburger Hafen.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland gehört einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge zu den größten Gewinnern der Globalisierung. Nach Finnland, Dänemark und Japan habe die Bundesrepublik am stärksten von der weltweiten Verflechtung profitiert, heißt es in der Untersuchung zu den Effekten der Globalisierung in 42 Staaten.

Zwischen 1990 und 2011 ließ die Globalisierung demnach das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) hierzulande im Schnitt um 100 Milliarden Euro pro Jahr wachsen, heißt es in der Studie. Sie sei damit für etwa 20 Prozent des Wachstums der Volkswirtschaft der Bundesrepublik verantwortlich.

Die Studie, erstellt von der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, berechne erstmals, in welchem Umfang Globalisierung nationale Volkswirtschaften wachsen lässt. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass grundsätzlich alle untersuchten Länder profitieren - die Industrieländer aber viel stärker als die großen Schwellenländer Südafrika, Brasilien, Russland, Mexiko, China und Indien. Hier war der Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens durch die Globalisierung am geringsten, wie es in der Studie heißt.

Industrieländer müssen Märkte öffnen

"Wir müssen erkennen, dass die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter öffnet", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart de Geus. Erst über einen längeren Zeitraum werde sie dazu beitragen, dass Schwellen -und Entwicklungsländer die Wohlstandslücken zu den Industrienationen verkleinern können.

Damit die Schwellenländer wirtschaftlich aufschließen, empfehlen die Forscher, die Integration der Schwellenländer in die Weltwirtschaft stärker zu fördern. Die Industrieländer sollten ihre Märkte für Produkte aus weniger entwickelten Ländern öffnen, ihre Subventionen für Agrarprodukte reduzieren, Bildungsmaßnahmen, den Ausbau der Infrastruktur und der Produktionsanlagen finanzieren.

Im Rahmen dieser Studie wurden Globalisierungsfortschritte anhand des sogenannten "Globalisierungsindex" erhoben, der sich eng an den KOF-Globalisierungsindex der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich anlehnt. Er untersucht neben Indikatoren zur wirtschaftlichen Globalisierung auch Aspekte sozialer Globalisierung (Tourismus, Migration) und politischer Globalisierung (institutionalisierte Verflechtung, Außenbeziehungen etc.).

Quelle: n-tv.de

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