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Top-Industrie-Standorte weltweit: Deutschland spielt an Spitze mit

Der Standort D holt laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im internationalen Vergleich kräftig auf. Von Rang 14 im Jahr 1995 arbeitet sich Deutschland bis auf Rang 5 im Jahr 2010 vor. Doch es gibt noch einige Punkte, bei denen sich Deutschland von den USA, Schweden, Dänemark oder der Schweiz etwas abgucken kann.

Deutschland belegt im internationalen Vergleich der industriellen Standortqualität den fünften Platz von 45 untersuchten Staaten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der IW Consult im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Die Studie vergleicht die Länder anhand von 58 Einzelindikatoren wie dem Akademikeranteil, den Arbeitskosten und den Unternehmenssteuern. "Wir haben gefragt: Was sind aus Sicht der Unternehmen die wichtigen Faktoren? Das ist einmal eine verlässliche Energie- und Rohstoffversorgung, zum anderen ein verlässlicher, glaubwürdiger Ordnungsrahmen, den die Wirtschaftspolitik setzt", erklärt IW-Direktor Michael Hüther gegenüber n-tv.

Beides sei derzeit am Standort Deutschland im besonderen Maße verfügbar, so Hüther weiter. Entgegen allen anderen traditionellen Industrie-Ökonomien habe sich Deutschland hier permanent in den letzten 15 Jahren verbessert. Hinzu käme die gute Bildung der Bevölkerung.

Zu den Schwächen zählen die hohen Arbeitskosten, der mangelnde Fachkräftenachwuchs, die demografische Entwicklung und die relativ hohe Steuerbelastung. "Hier müssen wir ran, das heißt, bei den Kosten vernünftig bleiben und die Frage der Ausbildung und der Zuwanderungsmöglichkeiten entsprechend justieren", betont der IW-Chef.

USA top, Griechenland macht Sorgen

An der Spitze des Rankings liegen die USA. Dort haben die Industriefirmen mit relativ wenig Bürokratie zu kämpfen. Außerdem verfügen sie über einen großen Markt mit einem enormen Kundenpotenzial. Auch Schweden, Dänemark und die Schweiz landeten vor Deutschland. Der Rückstand hat sich jedoch seit 1995 kontinuierlich verringert, unter anderem, weil Deutschland in den Bereichen Infrastruktur und Bildung zulegte. Im Vergleich zu den Industriestaaten entwickelten sich die Schwellenländer Brasilien, Russland und China besonders dynamisch.

Sorgen machen hingegen die europäischen Krisenländer Griechenland, Italien und Portugal, die weiter zurückfielen.

Herausforderung für Berlin

Auf dem Top-Platz ausruhen kann sich Deutschland nach Ansicht der Wirtschaftsforscher aber nicht. "Zumal in einem Umfeld mit starken rezessiven Tendenzen ist alles zu unterlassen, was den Standort schwächt und alles zu versuchen, was ihn stärkt", betont Hüther. So gehörten Steuererhöhungen seiner Ansicht nach nicht auf die Agenda einer verantwortlichen Wirtschaftspolitik. Der Staat müsse und könne sich mit dem Allzeithoch der Steuereinnahmen zufrieden geben.

Zweitens müssten die bürokratischen Über-Regelungen in der Unternehmensbesteuerung beseitigt werden, drittens alle möglichen Senkungen der Sozialabgaben realisiert werden und nicht zuletzt der Bürokratieabbau weitergehen.

Quelle: n-tv.de

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