Wirtschaft
Deutschland ist ein beliebtes Ziel für chinesische Investoren. Prominentes Beispiel war 2013 Jahr Kion, ein Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten, der vom chinesischen Unternehmen Weichai Power übernommen wurde.
Deutschland ist ein beliebtes Ziel für chinesische Investoren. Prominentes Beispiel war 2013 Jahr Kion, ein Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten, der vom chinesischen Unternehmen Weichai Power übernommen wurde.(Foto: picture alliance / dpa)

Investoren strecken die Fühler aus: Deutschland steht wieder höher im Kurs

Mit dem Anziehen der Weltwirtschaft werden internationale Investoren wieder mutiger. Laut Weltinvestitionsbericht fließt nicht nur mehr Geld nach Deutschland. Auch Entwicklungsländer profitieren. Um manche Staaten machen Investoren allerdings einen großen Bogen.

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Internationale Investoren werden wieder mutiger und Deutschland gehört für sie zu den 20 attraktivsten Ländern der Welt. Das zeigt der neue Weltinvestitionsbericht. Aufsteiger im Jahresvergleich sind Spanien und Italien. Beide haben laut UN-Angaben das Vertrauen von Kapitalanlegern zurückgewonnen. Frankreich und Großbritannien mussten hingegen 2013 zum zweiten Mal in Folge starke Rückgänge bei ausländischen Direktinvestitionen (FDI) hinnehmen. Spitzenreiter im neuen Weltinvestitionsbericht, der in Genf vorgelegt wurde, sind einmal mehr die USA und China. WM-Gastgeber Brasilien rangiert auf Platz fünf.

Global weist die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) in ihrem Bericht für 2013 einen Anstieg ausländischer Direktinvestitionen um 9 Prozent auf 1,45 Billionen Dollar aus (1,07 Billionen Euro). Das kommt nahe an den Durchschnittswert vor der Finanzkrise 2007 von 1,49 Billionen Dollar heran. Für die nächsten Jahre sagen die Unctad-Experten deutliche Zuwächse voraus - bis zu 1,8 Billionen Dollar in 2016.

"Ermutigender Trend"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete die Aufwärtsentwicklung der weltweiten Investitionen als insgesamt "ermutigenden Trend". Jedoch gibt es auffallende Unterschiede zwischen den 39 Ländern, die als entwickelte Volkswirtschaften eingestuft werden. Nur 15 von ihnen konnten Zuwächse bei den ausländischen Investitionen erreichen. In Frankreich gingen sie laut Unctad 2013 um 80 Prozent zurück. Sie sanken auf 4,87 Milliarden Dollar und damit etwa auf das Niveau Tschechiens im selben Jahr.

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Einen Rückgang um 19 Prozent auf 37 Milliarden Dollar musste Großbritannien hinnehmen. Das Inselkönigreich rangiert zwar auf Platz 11 noch deutlich vor Deutschland. Jedoch haben sich Kapitalzuflüsse in die Bundesrepublik im Vergleich Vorjahr auf knapp 27 Milliarden Dollar verdoppelt. Damit kletterte Deutschland in der FDI-Liste auf Rang 15, nachdem es 2012 wegen verschiedener Sondereinflüsse weit hinter die Top 20 zurückgefallen war.

Spitzenreiter der EU-Staaten ist auf Platz 9 das lange als "Sorgenkind" angesehene Spanien mit einem Anstieg der FDI von rund 26 Milliarden auf rund 39 Milliarden Dollar. Italien erreichte dank einer Steigerung der ausländischen Kapitalzuflüsse von nahezu Null im Jahr 2012 auf 16,5 Milliarden Dollar in 2013 Rang 20. Die USA behaupteten mit einer Steigerung der FDI um 27 Milliarden auf knapp 187 Milliarden Dollar ihre Position als weltweit attraktivster Investitionsstandort. China blieb bei einem geringen Zuwachs auf 124 Milliarden Dollar auf dem zweiten Platz. Russland erreichte - vor allem dank Investitionen ausländischer Konzerne im Erdölsektor - mit 79 Milliarden Dollar Rang 3.

Interesse an Entwicklungsländern

Zum zweiten Mal in Folge floss 2013 mehr als die Hälfte aller ausländischen Investitionen (54 Prozent) in Entwicklungsländer. Zugleich nahmen die FDI von international operierenden Unternehmen aus Entwicklungsländern sowie aus Staaten, die auf dem Weg zur Schaffung freier Marktwirtschaften sind, deutlich zu. Insgesamt erreichten sie einen Anteil von 39 Prozent - gegenüber 12 Prozent im Jahr 2000.

Riesiges Potenzial sehen die Unctad-Experten für das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP). Ausländische Direktinvestitionen in dieser Staatengruppe machen bereits jetzt etwa die Hälfte der globalen FDI aus und könnten nach Ansicht der Experten noch deutlich steigen, wenn es zur Schaffung der weltweit größten Freihandelszone kommt.

Quelle: n-tv.de

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