Wirtschaft
Anke Schäferkordt - Vorstandschefin von RTL.
Anke Schäferkordt - Vorstandschefin von RTL.(Foto: picture alliance / dpa)

Starker Jahresendspurt: Deutschland stützt RTL Group

Der Medienkonzern RTL Group hat mit einem starken Schlussquartal die Prognosen leicht übertroffen. Vor allem die gestiegene Werbeeinnahmen bei den deutschen Sendern RTL, Vox und n-tv glichen die Probleme aus. Sorgenkind ist Ungarn.

Dank eines guten Jahresendspurts im Deutschland-Geschäft hat der Luxemburger Medienkonzern RTL 2014 doch noch die Kurve bekommen. Das Gesamtjahr beendet das Unternehmen mit einem nahezu ausgeglichenen Umsatz und Betriebsergebnis (Ebita). Auch Zukäufe, der Ausbau des digitalen Geschäfts sowie kostenpflichtiger Angebote hatten eine positive Wirkung.

Damit konnte RTL Belastungen aus einem Steuerstreit mit Ungarn und die Probleme mit dem schwierigen französischen Werbemarkt ausgleichen. Der Überschuss der wichtigsten Tochter von Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann sank hingegen wegen Abschreibungen auf das Ungarn-Geschäft und höherer Finanzerträge im Vorjahr auf 653 Millionen von 870 Millionen Euro. In Ungarn machten RTL Änderungen in der Medienpolitik zu schaffen.

"Trotz eines von Herausforderungen geprägten Umfeldes in Frankreich und Ungarn konnte die RTL Group erneut starke Ergebnisse vorlegen. Unser Ebita haben wir auf dem Rekordniveau des Vorjahres gehalten" teilten die Vorstandschefs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch mit.

Ergebnis über Analystenprognosen

Im Gesamtjahr erzielte die RTL-Group einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro und lag damit leicht über der Analystenprognose, ebenso wie das Ebita, das sich auf 1,15 Milliarden Euro belief. Allein im vierten Quartal stieg der Umsatz der RTL Group um 2,8 Prozent, das Ebita legte um 7,1 Prozent auf den Rekordwert von 466 Millionen Euro zu.

Um unabhängiger vom konjunkturgesteuerten Werbemarkt zu werden, baut die RTL Group ihr Digitalgeschäft weiter aus. Der entsprechende Umsatz stieg im vergangenen Jahr um rund 27 Prozent auf 295 Millionen Euro. Dabei investierte das Unternehmen in Übernahmen oder Mehrheitsbeteiligungen wie die Video-Werbeplattform SpotXchange oder den Youtube-Kanalanbieter StyleHaul, der aktuell eine Milliarde Videoabrufe in den Bereichen Mode und Lifestyle verzeichnet. Der Konzern will in diesem Bereich auch mit Werbung Geld verdienen.

Nachdem RTL dem Hauptaktionär Bertelsmann und den übrigen Anteilseignern wegen prall gefüllter Kassen bereits eine Sonderdividende von zwei Euro je Aktie genehmigte, sollen nun nochmals 3,50 Euro Schlussdividende dazu kommen, davon ein Euro als außerordentliche Zahlung. Für 2013 hatte RTL eine Gesamtdividende von sieben Euro ausgeschüttet.

2015 rechnet der Konzern mit einem insgesamt stabilen Gesamtumsatz und Ebita - ohne Sondereffekte. 2014 sei mit Ausnahme Frankreichs, das sich letztlich stabil gezeigt habe, und Belgiens, das 2,8 Prozent einbüßte, auf allen europäischen TV-Werbemärkte mehr erlöst worden. "Für das Jahr 2015 wird ein ähnliches Bild mit insgesamt leichtem Wachstum der TV-Werbemärkte erwartet." 

Quelle: n-tv.de

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