Wirtschaft
Rund ein Prozent des deutschen Netzes besteht aus Glasfaserkabeln und ist damit für superschnelles Internet geeignet.
Rund ein Prozent des deutschen Netzes besteht aus Glasfaserkabeln und ist damit für superschnelles Internet geeignet.(Foto: imago stock&people)

Superschnelles Internet: Deutschland verpasst den Anschluss

In keinem Land in Europa sind die Glasfasernetze derart unzureichend ausgebaut wie in Deutschland. Und das, obwohl die digitale Wirtschaft hierzulande eigentlich gut entwickelt ist. Das ist das Ergebnis einer Studie, die in dem Bereich dringenden Nachholbedarf sieht.

Kein europäisches Land hat sein Glasfasernetz so unzureichend ausgebaut wie Deutschland. Gerade einmal ein Prozent des Netzes sei für superschnelles Internet ausgelegt - der letzte Platz im europäischen Vergleich. Das ist das Ergebnis des "Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2014", den Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig nun vorstellte. "Unternehmen können sich eine Ansiedlung in einem Land, das keine flächendeckende, hochleistungsfähige Breitbandanbindung bietet, nicht mehr leisten", kritisiert der Bericht. Lettland verfügt über 31 Prozent Glasfaserquote, der globale Spitzenreiter Südkorea sogar über 70 Prozent.

Hochgeschwindigkeitsnetze seien für die Innovationskraft des Standorts von entscheidender Bedeutung. Machnig verspricht Besserung. "Es gibt massive Anstrengungen sowohl von privater als auch von öffentlicher Seite", sagte er und verwies auf die für 2016 bis 2018 geplanten zusätzlichen Investitionen der Bundesregierung. "Aus diesem Paket wird es auch in größerem Umfang Breitbandinvestitionen geben", kündigte der Staatssekretär an. Auch aus dem 315 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm der EU-Kommission werde ein Teil in diesen Bereich fließen.

Die IKT-Branche (Informations- und Kommunikationstechnologien) zählt in Deutschland gut 91.000 Unternehmen mit mehr als einer Million Mitarbeitern. Sie setzte 2013 rund 226 Milliarden Euro um, so die Studie. Ihr Anteil an der Wertschöpfung liege mit 4,7 Prozent gleichauf mit der Auto-Industrie und noch vor dem Maschinenbau.

Grundsätzlich, so der Report, sei es um die digitale Wirtschaft in Deutschland auch gut bestellt. Im internationalen Vergleich mit 15 Ländern rangiert Deutschland auf dem fünften Platz. "Der fünfte Platz ist ein gutes Ergebnis für den Standort Deutschland", sagte Tobias Weber, Marktforscher bei TNS Infratest, die die Analyse durchgeführt hat. Allerdings bleibe die Geschwindigkeit der Netze ein sehr großes Problem.

Quelle: n-tv.de

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