Wirtschaft

"Das ist kein Beinbruch": Deutschland verzeichnet Exportrückgang

Der deutsche Exportmotor läuft zu Jahresbeginn nicht so rund. Erstmals seit fünf Monaten verringert sich das Ausfuhrvolumen. Analysten verbuchen die Januar-Daten unter kurzfristige Schwankungen.

Containerterminal an der Stromkaje in Bremerhaven
Containerterminal an der Stromkaje in Bremerhaven(Foto: picture alliance / dpa)

Die deutsche Exportmaschine hat im Januar eine kleine Pause eingelegt. Erstmals seit August 2014 gingen die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Da die Einfuhren mit 2,3 Prozent noch deutlicher als die Exporte mit 0,6 Prozent sanken, erhöhte sich der Handelsüberschuss auf 15,9 von 14,7 Milliarden Euro im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

In der für Volkswirte aussagekräftigeren kalender- und saisonbereinigten Rechnung schrumpfte der Überschuss auf 19,7 von revidiert 21,6 (vorläufig: 21,8) Milliarden Euro im Dezember 2014. Erwartet worden war nur ein leichter Rückgang auf 21,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vormonat reduzierten sich die bereinigten Exporte um 2,1 Prozent, nachdem sie im Schlussmonat 2014 noch um 2,8 Prozent geklettert waren.

Der Überschuss in der Leistungsbilanz weitete sich im Januar dagegen auf 16,8 von 13,9 Milliarden Euro im Januar 2014 aus, so die Berechnungen der Deutschen Bundesbank. Ökonomen hatten mit 15,0 Milliarden Euro gerechnet. Im Dezember betrug das Aktivum 25,6 Milliarden Euro. Grund für das deutliche Minus zum Vormonat waren vor allem die geringeren Überschüsse im Warenhandel und beim Primäreinkommen. Dazu rutschte die Dienstleistungsbilanz in den Defizitbereich.

Analysten gelassen

"Das war kein guter Jahresstart, aber auch kein Beinbruch", sagte Stefan Kipar, Analyst bei der BayernLB. "Ich würde den Rückgang unter kurzfristigen Schwankungen verbuchen, die immer mal wieder möglich sind. Die Aussichten sind unverändert gut. Der schwache Euro sollte die Exporte anschieben. Der niedrige Ölpreis stützt zudem die Konjunktur bei vielen Handelspartnern, was den deutschen Exporteuren am Ende ebenfalls zu Gute kommen sollte."

Nach Angaben von ING-Analyst Carsten Brzeski haben die Exporteure eine Atempause eingelegt. "Das ist aber keine Signal für eine bevorstehende Konjunkturschwäche. Die Binnenkonjunktur ist sehr stark. Es ist eine Frage der Zeit, ab wann der schwache Euro sich in den Exportdaten niederschlägt", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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