Wirtschaft
Auch vor größeren Investitionen schrecken die Deutschen zur Zeit nicht zurück.
Auch vor größeren Investitionen schrecken die Deutschen zur Zeit nicht zurück.(Foto: imago/Westend61)

Konsumklima auf 13-Jahres-Hoch: Deutschland zelebriert den Kaufrausch

Der Kauflust findet kein Ende: Die Deutschen geben ihr Geld so gerne aus wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht. Doch die Shopping-Laune hängt an klaren Faktoren - und die sind alles andere als fix.

In Deutschland sitzt den Verbrauchern das Geld weiter so locker wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das entsprechende Konsum-Barometer für April steigt auf 10,0 nach 9,7 Zählern im März, wie die Nürnberger Marktforscher der GfK prognostizierten. Das ist der höchste Wert seit mehr als 13 Jahren. Die Bereitschaft, sich teure Güter wie Autos oder Möbel zu kaufen, ist dabei so stark ausgeprägt wie seit fast zehn Jahren nicht mehr.

Konsumklimaindex (GfK)

Monatlich veröffentlicht das Nürnberger Marktforschungsinstitut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) den Index, der widerspiegeln soll, wie konsumwillig die Deutschen sind. Dazu befragt die GfK 2000 repräsentativ ausgewählte Personen ab 14 Jahren nach ihren Einkommens- und Konsumerwartungen. Die Antworten umfassen die Erwartung der Befragten an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, an ihr Einkommen und danach, ob sie glauben, es wäre gerade eine gute Zeit für größere Anschaffungen.

Gute Perspektiven am Arbeitsmarkt, die Aussicht auf steigende Gehälter und niedrige Energiekosten heben die Kauflaune, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Nürnberger Forscher fragen Monat für Monat 2000 Verbraucher, ob sie es derzeit für ratsam halten, größere Käufe zu tätigen. Das entsprechende Stimmungsbarometer stieg bereits das sechste Mal in Folge und kratzt an der im Herbst 2006 erreichten Rekordmarke.

Laut GfK fördert auch die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer Nullzinspolitik zumindest indirekt die Konsumfreude der Deutschen: "Die Alternative - das Sparen - ist derzeit wenig attraktiv", sagte Bürkl. Das Tauziehen um den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone lässt die Verbraucher bislang unbeeindruckt. "Gestützt auf einen schwachen Euro, der die Exporte stimuliert, sowie niedrige Energiekosten sehen die Konsumenten die deutsche Wirtschaft klar im Aufwärtstrend", erläuterten die Experten.

Zudem könnten die Verbraucher auf deutliche Lohnzuwächse hoffen: "Und dieser Optimismus ist nicht unbegründet", sagte Bürkl. Die ersten Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie in Höhe von 3,4 Prozent haben demnach eine "gewisse Signalfunktion" für andere Branchen. Dabei passt es ins Bild, dass den Verbrauchern auch die Konjunkturaussichten immer rosiger erscheinen. Das entsprechende Barometer gewinnt 9,6 Punkte auf 36,8 Zähler - der vierte Anstieg in Folge.

Auf einen Aufschwung deutet auch der Ifo-Index hin: Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kletterte im März bereits den fünften Monat in Folge.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen