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Wirtschaft

Das Auto der Zukunft: Die Elektro-Zulieferer

 
Wenn der "Aptera 2e", ein eiförmiger Zweisitzer mit Hybrid-Antrieb, seine Bahnen durch Kalifornien zieht, denken Schaulustige eher an eine futuristische Designstudie als an die automobile Zukunft.

Wenn der "Aptera 2e", ein eiförmiger Zweisitzer mit Hybrid-Antrieb, seine Bahnen durch Kalifornien zieht, denken Schaulustige eher an eine futuristische Designstudie als an die automobile Zukunft.

Das Modell "2e" von Aptera Motors soll dank des aerdodynamischen Designs nur etwas mehr als zwei Liter pro Kilometer verbrauchen. Doch Anleger freuen sich vielleicht etwas zu früh.

Anders als viele andere innovative Unternehmen im vergleichsweise jungen Alternativ-Segment der Automobilbranche ist die Firma an keiner Börse gelistet. Dafür nimmt Aptera bereits Vorbestellungen entgegen.

Etwas weiter ist dagegen Tesla Motors, die ab Juni 2009 für ihren Tesla Roadster - immerhin der erste voll-elektrische Sportwagen der Welt - bereits eine aufgemotzte Sport-Version ausliefern wollen.

Tesla vertraut auf die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Akkus. Dieser Batterie-Typ treibt auch den Prototyp "Six50" des Schweizer Unternehmens Mindset an. Mit den Solarzellen auf dem Dach soll eine Batterieladung immerhin für 100 Kilometer reichen.

In den nächsten Jahren wird die effizienteste Akku-Technologie über Sieg oder Niederlage entscheiden. Unter dem Namen ADVANCED BATTERY TECHNOLOGIES (ISIN US00752H1023) firmiert eine Holding, die ...

... über ihre Töchter Cashtech Investment Limited (Cashtech) and Heilongjiang Zhong Qiang Power-Tech Co., Ltd. (ZQ Power-Tech) wiederaufladbare Polymer-Lithium-Ionen-Akkus (PLI) entwickelt.

Mit einem solchen Akku fährt zum Beispiel der "High Ace TIGA", ein Prototyp der japanischen Ashiya Universität, mit dem man es dank Sonnenkraft bis zu 300 Kilometer weit schafft.

Mit einem spannenden Geschäftskonzept wartet in Kalifornien der Ex-SAP-Manager Shai Agassi (links) auf: Sein Unternehmen Better Place hat sich zum Ziel gesetzt, eine flächendeckende Infrastruktur für den Massenbetrieb von Elektroautos anzubieten.

Die Idee: Kunden kaufen ein Elektroauto, die Akkus kommen von Better Place. An Ladestationen, die am Arbeitsplatz oder öffentlichen Parkplätzen verfügbar sind, werden die Batterien regelmäßig wieder aufgeladen, bezahlt wird nach gefahrenen Kilometern.

Der Strom für Better-Place-Autos stammt ausschließlich aus Windkraftanlagen oder Solarkraftwerken. Kompatible Fahrzeugegibt es bisher von Renault-Nissan. An der Börse ist Better Place nicht notiert.

BALLARD POWER SYSTEMS mit Sitz im kanadischen Burnaby bauen dagegen Wasserstoff-Brennstoffzellen zur abgasfreien Stromerzeugung. Als alternative Antriebskomponente sind "Fuel Cells" auch im Autobau gefragt.

Im Rahmen des "Vancouver Fuel Cell Vehicle Project (VFCVP)" lässt der Konzern bereits Brennstoffzellen-Pkw vom Typ "Ford Focus VFCVP" durch British Columbia rollen.

Auf "Fuel Cell Technology" setzt zum Beispiel auch Honda, hier mit dem Konzept "FC Sport" fuel bei der LA Auto Show in Los Angeles im Herbst 2008.

HONDA (ISIN JP3854600008)

Der chinesische Hersteller BYD vertritt dagegen die reine Elektro-Gemeinde. "BYD" steht übrigens für "Build Your Dreams" - der Firmenname bildet damit das Motto eines Konzerns, der sich neben der Auto-Sparte auf ein Standbein im IT-Komponentenbau stützen kann.

Den "E6" von BYD war unter anderem auch in Detroit auf der diesjährigen North American International Auto Show zu sehen.

Der deutsche Automobilzulieferer Bosch - traditionell stark bei Zündkerzen und Einspritzdüsen - ist zwar nicht börsennotiert, hat sich aber 2008 als strategischen Zukauf einen Solarzellenhersteller gesichert.

Im Sommer 2008 bietet Bosch für die Erfurter Firma ERSOL (ISIN DE0006627532) mehr als eine Milliarde Euro und erhält damit 50,54 Prozent der Anteilsscheine. Wenig späte kontrolliert Bosch mehr als 90 Prozent.

Darüber hinaus geht Bosch ein Gemeinschaftsunternehmen mit SAMSUNG ein. Unter dem Namen SB LiMotive stellen beide Lithium-Ionen-Batterien als Basis für Hybrid- und Elektroantriebe her.

Der an der Nasdaq gelistete US-Konzern ENER1 liefert über die Tochter EnerDel, einer Kooperation mit dem konventionellen US-Autozulieferer Delphi, unter anderem auch Lithium-Ionen-Akkus ...

... an das US-Militär. Die Sparte EnerFuel entwickelt dagegen ...

... Brennstoffzellen, und mit NanoEner ist das Unternehmen auch auf dem weiten Feld der Nanotechnologie unterwegs. Dem Unternehmen ist schon am Auftritt anzusehen, wie man sich am Firmensitz in New York City die Zukunft vorstellt.

Die US-Firma ENERGY CONVERSION DEVICES (ECD, ISIN US2926591098) generiert einen Großteil ihrer Erträge mit Bauteilen für den Photovoltaik-Markt.

Daneben hält ECD Patentenrechte für den Bau sogenannter NiMH-Batterien auf Nickel-Basis, baut Brennstoffzellen für mobile Notfallgeneratoren und experimentiert mit alternativen Antriebstechniken. Im Bild ein "Denki Cube" von Nissan.

NISSAN (ISIN JP3672400003)

Auch bei dem weltgrößten Pkw-Produzenten Toyota denken Ingenieure in neuen Bahnen. Im Bild ein Brennstoffzellen-Motorrad vom Typ "FC-Dii", das der Konzern im Dezember 2008 bei der Jakarta Motor Show in Indonesien präsentierte.

Mit Erfahrung in der Fertigung von Auto-Batterien im Rücken befasst sich die weitgespannte Unternehmensgruppe GS YUASA (ISIN JP3385820000) aus Japan auch mit Alkali-Batterien für Elektro-Fahrzeuge.

Dazu arbeitet GS Yuasa unter anderem auch mit dem indischen Automobilkonzern Tata zusammen.

TATA MOTORS (ISIN US8765685024)

Die europäische Aktiengesellschaft SAFT GROUPE (ISIN FR0010208165) mit Sitz im Pariser Vorort Bagnolet baut eigentlich Stromspeicher für industrielle Einsatzzwecke.

Zusammen mit dem US-Zulieferer Johnson Controls lässt Saft jedoch seit kurzem in einem Werk in Nersac im Südwesten Frankreichs Lithium-Ionen-Batterien für Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellen-Pkw produzieren.

JOHNSON CONTROLS (ISIN US4783661071)

Auch der japanische Elektronikkonzern Panasonic ist mit im Rennen um die automobile Zukunft. Der Konzern arbeitet seit Ende 1996 mit dem Autoriesen Toyota zusammen.

Gemeinsam entwickeln und produzieren beide Unternehmen im Joint-Venture Panasonic EV Energy Nickel-Metallydrid- und Lithium-Ionen-Akkus für Hybridfahrzeuge.

PANASONIC (ISIN: JP3866800000)

Der US-Konzern VALENCE TECHNOLOGY (ISIN US9189141024) mit Sitz Austin, Texas hat sich auf Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulatoren spezialisiert. Aufgrund der geringen Größe der Bauteile werden Valence-Produkte unter anderem im Modellbau und bei mobilen Geräten wie Laptops eingesetzt.

Die platzsparenden Batterien aus Texas treiben jedoch auch das "Enertia Electric"-Kraftrad von Brammo an. Der Hersteller aus Ashland im US-Bundesstaat Oregon verbaut je Bike sechs Valencia-Batterien.

Vollmundig wirbt das kleine, nicht-börsennotierte Unternehmen damit, die "Enertia" sei mehr als nur eine "coole Maschine" und auch nicht nur ein "Wunderwerk der Ingenieurskunst", sondern vor allem ein kulturelles Symbol für die "Zeit nach dem Öl".

(Text: Martin Morcinek / Bilder von AP, Ballard, Better Place, Brammo, dpa, Ener1 und rts / Stand: 17.02.2009)

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