Wirtschaft
Freitag, 09. Juli 2010

Ein Kompromiss für die Zukunft: Die neue Solarförderung

Deutschland enig Solarland - das gilt bald nicht mehr. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sieht einige Änderungen vor - mit zum Teil weitreichenden Folgen.

Etwa 80 Prozent aller Solaranlagen in Deutschland sind auf Dächern installiert.
Etwa 80 Prozent aller Solaranlagen in Deutschland sind auf Dächern installiert.(Foto: picture alliance / dpa)

Bundestag und Bundesrat haben sich nach monatelangem Ringen auf einen Kompromiss zur Zukunft der Solarförderung verständigt. Das Gesetz muss nun nur noch vom Bundespräsidenten unterschrieben werden. Es folgen die Kernpunkte des geänderten Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG):

Dachanlagen

Etwa 80 Prozent aller Solaranlagen in Deutschland sind auf Dächern installiert. Die Förderung dieser Anlagen soll rückwirkend ab 1. Juli um 13 Prozent gekürzt werden. Ab Oktober sind es 16 Prozent.

Ackerflächen

Die Förderung entfällt hier ab Juli 2010 weitgehend, um eine Konkurrenz zum Lebensmittelanbau zu verhindern.

Freiflächen-Anlagen 

Die Kürzung für Solarparks soll zwölf Prozent rückwirkend ab Juli betragen, ab Oktober sind es dann 15 Prozent.

Freiflächen-Projekte, die zum Zeitpunkt der ersten Gesetzeslesung am 25. März eine Genehmigung hatten und vor 2011 ans Netz gehen, sollen nicht nur zulässig sein, sondern auch die alte Förderhöhe behalten. Außerdem soll entlang von Bundesfernstraßen und Schienenwegen die Förderung von Freiflächenanlagen möglich sein.

Konversionsflächen

Auf Konversionsflächen wie Mülldeponien, alten Industrie- oder Gewerbeflächen oder Militärgeländen beträgt die Kürzung nur acht Prozent ab Juli, ab Oktober dann elf Prozent. Hier haben Investoren wegen der Beseitigung von Altlasten höhere Aufwendungen.

Kürzungen ab 2011    

Die Bundesregierung strebt einen jährlichen Neubau von

Solaranlagen mit einer Leistung von rund 3000 Megawatt an.    

Die schon bislang im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) festgelegten regulären Kappungen zu den Jahreswechseln bleiben daher im Grundsatz.

Bei Überschreiten von 3500 Megawatt wird die Kürzung in 1000-Megawatt-Schritten zusätzlich verschärft: 2011 um jeweils einen Prozentpunkt.       

Der "Beobachtungszeitraum" für den Zubau wird Juni bis September sein und dann mit drei multipliziert. Juni war wegen der "Torschlusspanik" ein Boom-Monat, die Monate danach vermutlich schwächer. Es gilt aber als sicher, dass die 3500-Megawatt-Grenze deutlich überschritten wird.       

Sollten im "Beobachtungszeitraum" allerdings weniger als 2500 Megawatt Solarleistung neu installiert weren, fallen die Kürzungen geringer als zum Jahreswechsel vorgesehen aus: Sie werden dann in 500-Megawatt-Schritten um jeweils einen Prozentpunkt gemildert.

Eigenverbrauch

Solarstrom, der selbst verbraucht wird, soll nun um acht Cent besser vergütet werden als ins Netz gespeister Strom. Dies gilt für Anlagen bis zu einer Größe von 500 Kilowatt.

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Quelle: n-tv.de

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