Wirtschaft
Arbeit beim IT-Dienstleister Softline in Leipzig.
Arbeit beim IT-Dienstleister Softline in Leipzig.(Foto: picture alliance / dpa)

In der Wachstumszone: Dienstleister wittern Morgenluft

Deutschlands Dienstleister bleiben in der Wachstumszone. Obwohl eine Stagnation bei den Aufträgen zu verzeichnen ist, schaffen sie im Januar neue Arbeitsplätze. Auch der entsprechende Markit-Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist wieder im grünen Bereich. Er profitiert allerdings von den guten deutschen Daten.

Die deutschen Dienstleister sind gut ins Jahr gestartet und setzen auch künftig auf bessere Geschäfte. Trotz stagnierender Aufträge schufen sie neue Jobs, wie aus einer Markit-Umfrage unter 500 Firmen hervorgeht. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex für Januar stieg nach endgültigen Berechnungen auf 53,7 von 52,4 Punkten und damit auf den höchsten Wert seit Juni 2011. Das Barometer signalisiert ab der 50-Zähler-Marke Wachstum. Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hellten sich spürbar auf und fielen so optimistisch aus wie seit Juli nicht mehr.  

"Dank florierender Geschäfte im Service-Sektor und robuster Produktionssteigerungen in der Industrie hat sich die deutsche Privatwirtschaft im Januar weiter von den übrigen Schwergewichtsländern der Eurozone abgesetzt", betonte Markit-Ökonom Tim Moore. Der Composite Index, der Dienstleister und Industrie zusammenfasst, stieg deutlich um 2,6 auf 53,9 Punkte. Im Service-Sektor legten die Geschäfte bei Vermittlern von Finanzdienstleistungen, bei Firmen der Post & Telekommunikation sowie in den Bereichen Vermietung & unternehmensnahe Dienstleistungen zu. Hotels & Gaststätten sowie Transporteure und Firmen der Lagerhaltung hingegen mussten Einbußen hinnehmen.        

Wie seit zwei Jahren setzte sich der Beschäftigungsaufbau zwar fort, verlor jedoch erneut an Tempo und fiel so schwach aus wie zuletzt im Juli 2010. Als Grund dafür nannte Markit die "unsicheren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen".      

Anziehende Kraftstoffpreise und höhere Ausgaben für Löhne und Gehälter beschleunigten den Kostenauftrieb - womit der Druck auf die operativen Margen weiter zunahm. Der seit über zwei Jahren anhaltende Kostenanstieg fiel außerdem deutlich stärker aus als in der Industrie. Unternehmen aus beiden Sektoren versuchten dies an ihre Kunden weiterzureichen. Für die gesamte Privatwirtschaft bedeutete dies den 17. Monat in Folge steigende Preise.

Aufwind in der Eurozone

Nach viermonatiger Talfahrt haben sich die Dienstleister in der Eurozone stabilisiert und die Rückkehr zum Wachstum geschafft. Der Index für den Service-Sektor stieg laut Markit um 1,6 auf 50,4 Punkte. Ab 50 Zählern signalisiert das Barometer Wachstum. In Deutschland und Frankreich liefen die Geschäfte besser, während es in Italien, Irland und Spanien erneut zu Einbußen kam. "Da viele Dienstleister glauben, dass die Eurozone das Schlimmste in Sachen Schuldenkrise hinter sich hat, sind auch die Geschäftsaussichten wieder auf ein Fünf-Monatshoch gestiegen", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Die Wirtschaft in der Eurozone steckt derzeit mitten in einer Flaute - wegen der globalen Konjunkturabkühlung und den Folgen der Schuldenkrise. Ein Rückfall in die Rezession sei nicht auszuschließen, betonte Williamson. Denn die Perspektiven seien trotz leichter Verbesserung immer noch sehr verhalten - "was vor allem an der hartnäckigen Auftragsflaute, unumgänglichen Preisnachlässen und rückläufigen operativen Margen liegen dürfte".

Erstmals seit April 2010 kam es in der Euro-Zone unterm Strich zu einem leichten Jobabbau. Während die Beschäftigung in Deutschland noch anzog und in Frankreich stagnierte, strichen die Firmen in Spanien, Italien und Irland Stellen.

Quelle: n-tv.de

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