Wirtschaft
Die Risiken schwinden, die Wirtschaft in der Eurozone wächst - Draghi will jedoch geldpolitisch nichts überstürzen.
Die Risiken schwinden, die Wirtschaft in der Eurozone wächst - Draghi will jedoch geldpolitisch nichts überstürzen.(Foto: AP)
Montag, 29. Mai 2017

Naht Wende der Geldpolitik?: Draghi zeigt sich optimistisch für Eurozone

In der Eurozone geht es zuletzt kräftig aufwärts mit der Wirtschaft. EZB-Chef Draghi äußert sich ebenfalls positiv, lässt aber nicht durchblicken, ob die expansive Geldpolitik damit vor dem Rückbau steht. Allerdings sprießen bereits die Spekulationen.

Die Wirtschaft in Europa nimmt Fahrt auf und auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, zeigt sich optimistisch: Die Abwärtsrisiken für das Wachstum hätten sich abgeschwächt und das Wirtschaftswachstum dürfte sich in den nächsten Monaten verstärken, sagte er in seinem turnusmäßigen Dialog mit dem Europaparlament.

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Allerdings will sich Draghi vor der mit Spannung erwarteten Zinssitzung im Juni nicht in die Karten schauen lassen. Zwar seien die Gefahren für die Konjunkturentwicklung seit dem Jahresende 2016 messbar zurückgegangen, sagte der Notenbank-Chef im Wirtschafts- und Währungsausschuss. Die EZB sei aber fest davon überzeugt, dass ein "außergewöhnliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung" immer noch nötig sei. Der EZB-Rat kommt am 8. Juni in Tallinn zu seiner nächsten Zinssitzung zusammen.

Inflation ist EZB noch zu niedrig

Draghi ist vor allem die Inflation immer noch zu niedrig. Der Kostendruck, insbesondere von den Löhnen, sei nicht ausreichend, um eine dauerhafte und selbsttragende Entwicklung hin zum mittelfristigen EZB-Ziel zu unterstützen. "Das Lohnwachstum ist immer noch verhalten."

Die Notenbank strebt eine Teuerung von knapp zwei Prozent als Optimalwert für die Wirtschaft an. Im April lag die Inflation in der Eurozone bei 1,9 Prozent. Für die EZB steht damit aber noch nicht fest, ob dieser Wert auch gehalten werden kann. Zudem war die Wirtschaft der Eurozone im ersten Quartal vergleichsweise kräftig gewachsen. Viele Volkswirte - insbesondere in Deutschland - fordern deshalb, dass die EZB langsam von ihrer Politik der weit offenen Geldschleusen abrückt.

Folgt im Juni die erste Anpassung?

Draghi wies darauf hin, dass dem EZB-Rat bei seinem Treffen in der estnischen Hauptstadt neue Konjunktur- und Inflationsprognosen der eigenen Volkswirte vorliegen werden. Die Notenbank werde dann in der Lage sein, ihr Urteil zu den Gefahren für die Inflations- und Konjunkturentwicklung zu fällen.

Manche Experten halten es für möglich, dass die EZB im Juni vorsichtig die Weichen in Richtung einer späteren Eindämmung der Geldschwemme stellt und etwa Hinweise auf eine nötigenfalls noch expansivere Geldpolitik aus ihrem Ausblick streicht.

Bislang wollen die Währungshüter noch bis mindestens Ende Dezember Wertpapiere im Umfang von 60 Milliarden Euro pro Monat erwerben, um damit die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation nach oben zu hieven. Die Währungshüter halten zudem die Zinsen auf dem Rekordtief von null Prozent, um für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen.

Quelle: n-tv.de

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