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Entworfen für den spritsparenden Flug durch die Lüfte: Das Steuerbord-Triebwerk einer 787 in Tegel.
Entworfen für den spritsparenden Flug durch die Lüfte: Das Steuerbord-Triebwerk einer 787 in Tegel.(Foto: dapd)

Airlines müssen ohne 787 planen: Dreamliner fällt für Wochen aus

Das Batterieproblem zerrt bei Boeing mächtig an den Nerven: Trotz fieberhafter Bemühungen bleibt die Brandursachen weiter unklar. Wann der Dreamliner wieder abheben darf, steht in den Sternen. Einen ersten Anhaltspunkt liefert ein 787-Kunde aus Japan.

Leere Sitze im Cockpit: Ungeduldig erwarten 787-Piloten das Ergebnis der Untersuchungen.
Leere Sitze im Cockpit: Ungeduldig erwarten 787-Piloten das Ergebnis der Untersuchungen.(Foto: dapd)

Der Dreamliner-Großkunde All Nippon Airways (ANA) rechnet nicht mit einer raschen Lösung der jüngsten Sicherheitsprobleme bei dem Großflugzeug von Boeing.

Die japanische Fluggesellschaft strich am Wochenende alle Flüge mit dem Prestigemodell bis zum 18. Februar. Das sind noch einmal fast 400 Verbindungen, zusätzlich zu den bisher ausgefallenen Dreamliner-Flügen.

Insgesamt sind damit seit der Notlandung eines Dreamliners der Airline am 16. Januar 838 Flüge komplett ausgefallen. Entsprechend groß ist für ANA der unmittelbare wirtschaftliche Schaden. Genaue Zahlen wollte die Fluggesellschaft dazu nicht vorlegen. Sollte es jedoch doch noch zu einer Schadenersatzklage gegen Boeing oder etwaig betroffene Zulieferer kommen, dürfte die Höhe des Gesamtschadens vor Gericht diskutiert werden.

Seit dem 17. Januar müssen alle Dreamliner auf Anweisung der verschiedenen Luftfahrtaufsichtsbehörden am Boden bleiben. Die beiden japanischen Fluggesellschaften ANA und Japan Airlines sind von dem Flugverbot für den Dreamliner am stärksten betroffen, da sie weltweit rund die Hälfte aller bislang ausgelieferten 50 Dreamliner in ihren Flugzeugflotten führen.

Die Untersuchungen der Sachverständigen konzentrieren sich mittlerweile auf die Lithium-Ionen-Batterie des Dreamliner und damit insbesondere auch auf den Hersteller GS Yuasa, einem japanischen Konzern und Boeing-Zulieferer.

Ein Ende des behördlichen Flugverbots ist bislang nicht in Sicht. Die Ursache für die Brandgefahr sei noch nicht gefunden worden, hatte die Chefin der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Deborah Hersman, vor dem Wochenende mitgeteilt. Wie lange die Untersuchungen noch dauern könnten, wollte sie nicht sagen.

Feuergefahr an Bord

Bei den Ermittlungen im Fall eines Batteriebrands bei einer 787 am Flughafen Bosten fanden die NTSB-Ermittler Hinweise auf Kurzschlüsse und eine unbeherrschbare Überhitzung der Batterie. Weiterhin sei aber unklar, ob die Schäden Ursache oder Folge des Brandes seien.

Bei dem Feuer, das in der stehenden Maschine auf dem Flughafen ausgebrochen war, hatte es zwar keine Verletzten gegeben. Allerdings müsse ein Flugzeug so konstruiert sein, dass solche Zwischenfälle gar nicht erst geschehen könnten, sagte NTSB-Chefin Hersman. "Das ist ein bislang nie dagewesener Vorfall. Wir sind sehr besorgt", ergänzte sie. Bei der Prüfung der in Brand geratenen Batterie seien eine Reihe von Symptomen entdeckt worden, aber noch nicht die Ursache des Problems, erklärte Hersman.

Unmittelbarer Auslöser für das weltweit geltende Flugverbot war die Notlandung einer ANA-787 auf einem japanischen Provinzflughafen. In diesem Fall war das Überhitzungsproblem während des Fluges aufgetreten.

Luftfahrt-Experten werteten Hersmans Äußerungen als Anzeichen dafür, dass die behördliche Prüfung noch Wochen andauern könnte. Grünes Licht muss die US-Luftverkehrsbehörde FAA geben. Sie hatte in der vergangenen Woche angeordnet, alle Dreamliner in den USA am Boden zu lassen, bis die Ursachen für die Batterieprobleme geklärt sind. Die übrigen Aufsichtsbehörden dürften sich dem Urteil ihrer US-Kollegen dann wohl anschließen.

Quelle: n-tv.de

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