Wirtschaft
Dea wechselt wohl für eine Milliardensumme den Besitzer.
Dea wechselt wohl für eine Milliardensumme den Besitzer.(Foto: picture alliance / dpa)

Milliardensummen für Dea: Drei Bieter buhlen um RWE-Tochter

Die Energiewende trifft RWE hart. Das Unternehmen braucht Kapital. Der Verkauf der Tochter Dea soll es bringen. Ein deutscher Konkurrent, ein russischer Milliardär und ein Konsortium um einen US-Finanzinvestor sind wohl interessiert.

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE hat offenbar mindestens drei Erstrundengebote für seine Öl- und Gasfördertochter Dea erhalten. Die Offerten bewerten das Geschäft in der Spitze mit rund 5 Milliarden Euro inklusive Schulden, wie mit dem Verkauf vertraute Personen sagten. Unter dem Strich werde die Veräußerung allerdings sehr viel weniger in die RWE-Kasse spülen, denn eine solche Bewertung schließe auch Schulden und Pensionsverpflichtungen von mehr als 700 Millionen Euro ein.

Die potenziellen Bieter wie auch RWE lehnten einen Kommentar ab.

Die RWE-Aktie, die zunächst im Minus notiert hatte, drehte ins Plus und lag zeitweise mehr als 3 Prozent im Plus. Zunächst hatte ein Preis von knapp 4 Milliarden Euro für Dea die Runde auf dem Parkett gemacht und die Marktteilnehmer verunsichert. Unter Experten wird dagegen das vergleichsweise große Engagement der Dea im politisch krisengeschüttelten Ägypten als ein Problem beim Verkauf ausgemacht. Die Geschäfte in dem Land machten etwa zehn Prozent des Wertes von Dea aus, hatte ein Insider erklärt. Kurz vor Handelsende lagen die RWE-Titel rund 2,6 Prozent im Plus.

Hochprofitable Tochter

RWE-Chef Peter Terium hatte Dea im März vergangenen Jahres ins Schaufenster gestellt. Der durch die Atomwende unter Druck geratene und mit mehr als 30 Milliarden Euro verschuldete Konzern will mit dem Verkaufserlös Luft für Investitionen in Wachstumsfelder bekommen.

RWE Dea mit Sitz in Hamburg und rund 1400 Mitarbeitern ist in 14 Ländern vertreten, darunter Deutschland, Großbritannien, Norwegen und Ägypten. Das Unternehmen hält Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. 2012 fuhr die RWE-Tochter einen Betriebsgewinn von 685 Millionen Euro ein - gut ein Zehntel des Konzerngewinns.

Das höchste Angebot von rund 5 Milliarden Euro hat nach Angaben von drei mit der Transaktion vertrauten Personen der russische Milliardär Michail Fridman über seine Investmentgesellschaft L1 Energy abgegeben. Zu den Bietern gehörten außerdem der Wettbewerber Wintershall - eine Tochter der BASF - sowie ein Konsortium aus dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) und der staatlichen Kuwait Petroleum, hieß es weiter. Deren Bewertung liegt offenbar deutlich darunter.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen