Wirtschaft

Sparmaßnahmen wirkenDuPont schlägt sich wacker

20.10.2009, 14:44 Uhr

Im dritten Quartal haben sich die Geschäfte des amerikanischen Chemieriesen DuPont besser entwickelt als erwartet. Die Ergebnisse untermauern die Einschätzung vieler Experten, dass die Chemiebranche inzwischen das Schlimmste hinter sich hat.

Dupont
Der US-Konzern profitierte bei seinen Ergebnissen von Einsparungen in Höhe von rund 300 Millionen Dollar. (Foto: REUTERS)

Der US-Chemieriese DuPont schlägt sich in der Wirtschaftskrise unter anderem dank massiver Sparanstrengungen besser als erwartet. Im dritten Quartal sei unter anderem deshalb der Gewinn binnen Jahresfrist um elf Prozent auf 409 Millionen Dollar gestiegen, teilte Konkurrent von BASF und Bayer mit. Aber auch im operativen Geschäft sieht DuPont nun wieder Licht am Ende des Tunnels. "Wir verzeichnen insgesamt eine quartalsmäßige Verbesserung in unserem Industriegeschäft, das Marktumfeld beginnt sich zu festigen", sagte DuPont-Chefin Ellen Kullman. Pro Aktie stand ein Gewinn von 45 Cent in den Büchern nach 40 Cent vor Jahresfrist, während Branchenexperten dem Konzern lediglich 33 Cent zugetraut hatten.

Im Gesamtjahr peilt der in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware ansässige Konzern nun pro Aktie einen Gewinn zwischen 1,95 und 2,05 Dollar an - dies wäre am oberen Ende der früher genannten Spanne von 1,70 bis 2,10 Dollar.

Der Umsatz im Zeitraum Juli bis September fiel dagegen um 18 Prozent auf 6 Milliarden Dollar - hier hatten Experten mit 6,14 Milliarden Dollar etwas mehr erwartet. DuPont setzte zwölf Prozent weniger ab, Wechselkursschwankungen wirkten sich zudem negativ aus. Die stärksten Absatzrückgänge verzeichnete DuPont auf dem Heimatmarkt und in Europa. Im Asiengeschäft hielt sich der Konzern mit einem nur leichten Absatzminus noch recht gut. DuPont machte während der Rezession unter anderem der Nachfrageschwund aus der Autobranche und der Bauindustrie zu schaffen, zwei Schlüsselbranchen des Unternehmens.

Sparprogramme wirken

Die DuPont-Ergebnisse untermauern die Einschätzung vieler Experten, dass die Chemiebranche inzwischen das Schlimmste hinter sich hat. Bereits in der vergangenen Woche hatte BASF vorläufige Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt, die deutlich über den Analystenschätzungen lagen. Die Chemiebranche gilt als Frühindikator für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung, da sie nahezu alle Wirtschaftszweige mit ihren Produkten beliefert.

Der US-Konzern profitierte bei seinen Ergebnissen von Einsparungen in Höhe von rund 300 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr 2009 sollen die Kosten um insgesamt eine Milliarde gedrückt werden. "Mit einer schlankeren Organisation, einer dauerhaften Senkung der Fixkosten und einer verbesserten Produktivität ist DuPont gut aufgestellt, um von einer Verbesserung der Märkte zu profitieren", sagte Kullman. Inzwischen ziehe die Nachfrage wieder etwas an. Verbesserungen im Jahresverlauf machte der Konzern wie auch andere Chemiefirmen im Asiengeschäft aus.

Analysten äußerten sich positiv. "Die operative Entwicklung ist recht glaubwürdig", kommentierte Mark Connelly von Sterne Agee. Wenn ein Unternehmen, das Grundstoffe herstelle, substanzielle Einsparungen erzielen könne, habe es sich einiges Lob verdient. Bei Anlegern kamen die DuPont-Ergebnisse gut an: DuPont-Aktien gewannen deutlich an Wert.

Quelle: rts