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Das Firmenlogo muss der Luftfahrt-Konzern EADS demnächst wohl austauschen.
Das Firmenlogo muss der Luftfahrt-Konzern EADS demnächst wohl austauschen.(Foto: picture alliance / dpa)

Airbus-Mutter vor Namensänderung: EADS-Umbau nimmt Formen an

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS denkt Kreisen zufolge über eine Reorganisierung seines Geschäfts nach. Der Rüstungsbereich soll dadurch besser sortiert und gebündelt werden. Gleichzeitig will sich das Unternehmen umbenennen. Ein bekannter Name fällt dabei relativ häufig.

Mit der Luftfahrt-Tochter Airbus fährt EADS zwei Drittel seines Umsatzes ein.
Mit der Luftfahrt-Tochter Airbus fährt EADS zwei Drittel seines Umsatzes ein.(Foto: AP)

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS steht vor einer umfassenden Umstrukturierung seines Geschäfts. Der Boeing-Konkurrent will laut mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen dadurch das Rüstungsgeschäft stärken. Zusätzlich denke das Unternehmen über eine mögliche Umbenennung in Airbus nach.

Anlass für die Überprüfung der Konzernstrategie ist der im letzten Jahr gescheiterte Zusammenschluss mit BAE Systems. Seit der fehlgeschlagenen Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern hat der Bereich laut Analysten an Wichtigkeit verloren. Zudem fallen die Wehretats der meisten Staaten und damit die Ausgaben für Rüstung angesichts klammer Kassen geringer aus.

Starke Nachfrage im Luftfahrtgeschäft

Auch wenn EADS mit Rüstung rund zwölf Milliarden Euro im Jahr erwirtschaftet, bringt die Luftfahrt-Tochter Airbus zwei Drittel des Umsatzes ein. Schon seit längerem drängen Investoren deshalb darauf, dass EADS dem kommerziellen Luftfahrtgeschäft mehr Gewicht verleiht.

Die Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen war zuletzt trotz der Krise überraschend stark. Erst Ende der Woche kündigte Verkaufschef John Leahy an, dass er in diesem Jahr mehr als 1000 Flugzeug-Bestellungen verbuchen wolle. Bislang lag die Zielmarke bei mindestens 800 Aufträgen.

Umbenennung in Airbus

Die Generalüberholung führe womöglich auch eine Änderung des Unternehmensnamens in Airbus oder Airbus-Gruppe mit sich. Dieser ist international wesentlich bekannter als EADS. Sowohl die Umstrukturierung als auch die Umbenennung könnte hierzulande allerdings auf Vorbehalte stoßen. Die Bundesregierung will einen zunehmenden französischen Einfluss auf die EADS-Tochter Airbus mit Sitz in Toulouse verhindern.

Ende Juli wolle der Verwaltungsrat über die Umstrukturierung beraten. Eine ausschließliche Konzentration auf die zivile Luftfahrt sei laut Insidern allerdings zu riskant, man wolle den Konzern auf einen Mittelweg steuern. Somit verbaue man dem Unternehmen keine Chancen, die sich ergeben könnten, sobald Europa sich von der Krise erholt.

Quelle: n-tv.de

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