Wirtschaft

Anleger zahlen sogar Prämie: ESM-Anleiheauktion gelingt

Zum ersten Mal wird der ESM am Finanzmarkt aktiv - und das erfolgreich. Der Euro-Rettungsschirm sammelt rund zwei Milliarden Euro ein. Die Rendite liegt sogar im negativen Bereich. Zuvor hatte Japan angekündigt, sich an der Auktion zu beteiligen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der neue Euro-Rettungsschirm ESM hat bei seinem ersten Auftritt am Finanzmarkt knapp zwei Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt. Der Fonds versteigerte für 1,93 Mrd. Euro Papiere mit einer Laufzeit von drei Monaten und kassierte sogleich eine Prämie von den Anlegern, denn die Durchschnittsrendite lag bei minus 0,0324 Prozent.

Die Anleger zahlen dem Fonds also faktisch dafür, die Papiere zu halten, hatten aber trotzdem großes Interesse. Die Nachfrage übertraf das Angebot deutlich, die Emission war 3,2-fach überzeichnet.

"Das ist keine Überraschung und passt ins allgemeine Marktumfeld", sagte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. Denn zuletzt hätten auch Staaten wie Deutschland, Frankreich oder die Niederlande von der Flucht der Investoren in sichere Anlagen profitiert.

Die 17 Euro-Ländern haben den ESM Anfang Oktober nach zweijährigen Verhandlungen und Krisenberatungen in Kraft gesetzt. Er soll als dauerhaftes Instrument den vorläufigen Fonds EFSF ablösen und angeschlagenen Ländern im Währungsraum mit Finanzhilfen über die Schuldenkrise hinweghelfen.

Der ESM hat einen Kapitalstock von 700 Mrd. Euro. Der Topf soll am Ende bis zu 500 Mrd. Euro an Krediten vergeben können. Weil das Geld in mehreren Tranchen einbezahlt wird, ist die Obergrenze hier zunächst 200 Mrd. Euro.

Japaner machen mit

Japan hat bereits angekündigt, bei Anleiheemissionen des ESM zuzugreifen. Der japanische Finanzminister Taro Aso erklärte, sein Land wolle helfen, die Finanzstabilität in Europa zu sichern. Dies stütze auch Währungen wie den Yen. Japan werde sich kontinuierlich bei ESM-Anleihe-Emissionen beteiligen und dafür seine ausländischen Währungsreserven nutzen, sagte Aso weiter.

Seinen Angaben zufolge sieht Japan ESM-Anleihen neben anderen Staatsanleihen aus dem Euroraum als wichtiges Investmentvehikel an, um die Devisenreserven besser zu verwalten. Der Minister machte keine Angaben zum Umfang der geplanten Käufe.

Quelle: n-tv.de

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