Dienstag, 24. November 2009
Anschwellende Auftragsbücher: EU-Industrie wacht auf
Ermutigende Signale erreichen den Aktienmarkt aus dem Euroraum: Der Auftragseingang in der Industrie entwickelt sich im September besser als erwartet. Allerdings beruhen die guten Zahlen zum Teil auf einem simplen Effekt.
Volle Bücher: Im sächsischen Königsstein läuft seit Mitte November in der Papierfabrik Louisenthal eine der weltweit modernsten Maschinen zur Herstellung von Banknotenpapier.
(Foto: picture alliance / dpa)
Das Plus beim Auftragseingang fiel angesichts eines deutlich nach unten revidierten Vormonatsniveaus besonders stark aus, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Im auftragsorientierten verarbeitenden Gewerbe gingen 1,5 Prozent mehr Aufträge ein als im Vormonat. Im Vorfeld befragte Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,8 Prozent erwartet.
Zugleich revidierte Eurostat den Ordereingang für August auf plus 0,6 Prozent nach unten, nachdem vorläufig ein Anstieg um 2,0 Prozent gemeldet worden war. Ihr Vorjahresniveau unterschritten die Auftragseingänge in der Eurozone im September um 16,5 Prozent. Ökonomen hatten ein Minus von 17,6 Prozent prognostiziert.
In der EU-27 kletterten die Bestellungen der Industrie gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent, nachdem sie im August um revidiert 2,0 Prozent (vorläufig: plus 1,2 Prozent) zugenommen hatten. Auf Jahressicht ergab sich im September ein Minus von 16,4 Prozent.
Von den Mitgliedstaaten, für die Daten zur Verfügung stehen, verzeichneten dreizehn Länder auf Monatssicht einen Anstieg der Auftragseingänge und acht einen Rückgang. Die höchsten Zuwächse meldeten Dänemark (plus 43,0 Prozent), Irland (plus 19,7 Prozent) und Polen (plus 9,7 Prozent). Die stärksten Rückgänge waren in Estland (minus 5,0 Prozent), Portugal (minus 4,9 Prozent) und Litauen (minus 4,4 Prozent) zu beobachten. Auf Jahressicht waren die Auftragseingänge in allen Mitgliedstaaten rückläufig.
dj
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