Wirtschaft
Noch fehlen etliche Teile: Bei vielen davon haben sich die Hersteller untereinander offenbar auf Preise verständigt.
Noch fehlen etliche Teile: Bei vielen davon haben sich die Hersteller untereinander offenbar auf Preise verständigt.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

"Das ist unglaublich": EU kündigt Strafen für Autozulieferer an

Hersteller und Verbraucher müssen offenbar seit Jahren für Autos oder Kfz-Teile zu viel zahlen. Der Grund laut EU: Zulieferer haben sich umfangreich abgesprochen. Die Untersuchungsergebnisse überraschen selbst den Wettbewerbskommissar.

Die EU-Kommission kündigt hohe Strafen gegen Unternehmen aus der Automobilindustrie wegen Preisabsprachen an. "Im Laufe des Jahres 2014 wird es einige Entscheidungen geben", zitierte ein Sprecher Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia. "Wir vermuten Kartelle bei fast allen Teilen, die man für ein Auto braucht. Das ist unglaublich." Als erstes hatte das Magazin "Stern" darüber vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtet, die am Donnerstag erscheint.

Die Wettbewerbsbehörde ermittelt schon seit zwei Jahren gegen Autozulieferer und hatte im Sommer Herstellern von Kabelbäumen Geldstrafen von insgesamt 142 Millionen Euro aufgebrummt.

Europäisches Recht verbietet es Unternehmen, zum Schaden von Konkurrenten und Verbrauchern miteinander zu kooperieren. Bei Verstößen kann die EU-Kommission Strafgelder von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen.

Auch deutsche Zulieferer im Visier

Betroffen ist auch der Zulieferer Bosch. "Auch wir sind mit Vorwürfen der EU-Wettbewerbskommission konfrontiert", bestätigte ein Sprecher.

Das Nürnberger Unternehmen Leoni hatte bereits wegen seiner Beteiligung an einem Kartell 1,4 Millionen Euro zahlen müssen. Wesentlich höhere Strafen trafen japanische Zulieferer. Die Unternehmen hatten nach Angaben der EU-Kommission ihre Preise bei der Lieferung von Kabelbäumen an mehrere Autobauer abgesprochen.

Die EU-Kommission hat dem Magazin-Bericht zufolge in diesen zwei Jahren Razzien bei Herstellern von Sitzgurten, Airbags, Lenkrädern, Klimaanlagen, Kugellagern und Motorkontrollsystemen veranlasst. Parallel hatte das deutsche Bundeskartellamt im September Lieferanten von Autoblechen, Hutablagen und Kofferraumisolierungen durchsucht.

Die Industrie rechnet nun mit weiteren hohen Strafzahlungen, mindestens im dreistelligem Millionenbereich. Allein der deutsche Wälzlagerspezialist Schaeffler hatte unlängst 380 Millionen Euro wegen zu erwartender Bußgelder zurückgestellt.

Quelle: n-tv.de

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