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Nach Diesel-Affäre bei Volkswagen: EU-Parlament verabschiedet neue Abgastests

Die Obergrenzen für Diesel-Motoren werden künftig nicht mehr nur im Labor getestet. Auch auf der Straße sollen neue Pkw die Abgas-Limits einhalten. So will es das EU-Parlament nach dem VW-Skandal. Kritiker rügen aber die zahlreichen Schlupflöcher.

Das Europaparlament hat die umstrittenen neuen Abgastests für Dieselfahrzeuge unter realen Fahrbedingungen gebilligt. Für den Vorschlag stimmten 323 Abgeordnete, vor allem Konservative und Liberale. 317 Parlamentarier, vor allem Grüne und Vertreter des linken Lagers, lehnten die Vorlage ab.

Der auf einem Beschluss von Experten der 28 EU-Staaten basierende Verordnungsentwurf sieht zwar ab 1. September 2017 Tests unter realen Fahrbedingungen vor, die zuverlässiger sind als Labortests. Der für Labortests bereits geltende Stickoxid-Grenzwert soll aber weiterhin überschritten werden dürfen - und zwar zunächst noch um 110 Prozent gegenüber dem zulässigen Laborwert.

Diese Übergangsphase soll für neue Fahrzeugtypen am 1. Januar 2020 und für neu zugelassene Autos noch ein Jahr später enden. Danach dürfen die Überschreitungen auf der Straße aber immer noch um bis zu 50 Prozent über dem Laborwert liegen. Diese Pläne hatten bei Umweltschützern Empörung hervorgerufen. Auch der Umweltausschuss des Parlaments hatte den Entwurf im Dezember abgelehnt. Der Grüne Europa-Parlamentarier Sven Giegold wertete die Neuregelung als Sieg für die Lobby Automobill-Industrie.

Quelle: n-tv.de

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