Wirtschaft
Stahlproduktion südlich von Moskau.
Stahlproduktion südlich von Moskau.(Foto: REUTERS)

Stahlbranche soll geschützt werden: EU: Strafzölle gegen China und Russland

Günstiger Stahl aus China und Russland setzt die europäischen Produzenten unter Druck. Die EU vermutet Dumping-Taktiken dahinter - der Stahl ausländische Stahl ist möglicherweise künstlich verbilligt worden. Strafzölle sollen Abhilfe schaffen.

Um die heimische Stahlbranche vor Billigkonkurrenz zu schützen, belegt die EU-Kommission bestimmte Stahlerzeugnisse aus China und Russland vorläufig mit Strafzöllen. Es geht um sogenannte kaltgewalzte Flachstahlerzeugnisse, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Bei drei weiteren Stahlprodukten aus China leitete sie Anti-Dumping-Untersuchungen ein. Dabei soll festgestellt werden, ob ausländische Erzeugnisse in Europa zu einem künstlich niedrigen Preis verkauft werden.

Die Zölle für die chinesischen Importe liegen zwischen 13,8 und 16 Prozent, für russische Einfuhren zwischen 19,8 und 26,2 Prozent. Die EU-Kommission könnte später entscheiden, sie rückwirkend schon ab Dezember 2015 anzuwenden.

Die europäische Stahlbranche leidet unter einem Verfall der Stahl- und Rohstoffpreise, besonders Branchengrößen wie Arcelormittal und Thyssenkrupp haben zu kämpfen. Deutschland und sechs weitere Länder forderten die EU kürzlich in einem Brief auf, gegen "unfaire Handelspraktiken" vorzugehen.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström betonte mit Blick auf die aktuellen Entscheidungen: "Wir können nicht zulassen, dass unfaire Konkurrenz durch künstlich billige Importe unsere Industrie bedroht." Die Europäische Union hat nach Auskunft der Kommission bisher handelsrechtliche Schutzmaßnahmen für 37 verschiedene Stahlprodukte getroffen, neun Untersuchungen sind im Gange.

Quelle: n-tv.de

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