Wirtschaft
Es geht aufwärts in den meisten europäischen Volkswirtschaften.
Es geht aufwärts in den meisten europäischen Volkswirtschaften.(Foto: picture alliance / Jens Büttner/)

Wirtschaft in Eurozone wächst: EZB-Kurs erreicht zunehmend die Wirtschaft

Der schwache Euro beflügelt die Unternehmen der Eurozone. Vor allem die zweitgrößte Volkswirtschaft des Währungsraums kommt in Fahrt. Angesichts der weiter bestehenden Unsicherheiten warnen Ökonomen aber vor zu viel Optimismus.

Frankreich und die exportfördernde Schwäche der Einheitswährung geben der Eurozone konjunkturellen Rückenwind. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - kletterte im April überraschend auf den höchsten Stand seit sechs Jahren. Er legte um 0,3 auf 56,7 Punkte zu, wie das Institut IHS Markit zu seiner Umfrage unter 5000 Unternehmen mitteilte. Ökonomen hatten einen leichten Rückgang erwartet.

"Die Eurozone ist mit viel Schwung ins zweite Quartal gestartet", sagte der Chefvolkswirt von IHS Markit, Chris Williamson. Dafür sorgte vor allem Frankreich. Hier wurde das kräftigste Wachstum seit Mai 2011 gemeldet, während die deutsche Wirtschaft nicht mehr ganz so kräftig zulegte wie im Vormonat, aber auf hohem Niveau blieb. "Für den kurzfristigen Ausblick sind die Wahlen in Frankreich zwar die größte Gefahr, doch im Schlussspurt vor den Wahlen ist die Stimmung unter den Unternehmen eindeutig positiv geblieben", sagte Williamson.

Industrieproduktion und Geschäftstätigkeit im Servicesektor legten in der Eurozone jeweils kräftig zu. "Die Industrie hat eindeutig vom schwachen Euro profitiert, der das höchste Exportorderplus seit sechs Jahren nach sich gezogen hat", sagte Williamson. Nicht nur die beiden größten Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich wachsen robust, sondern auch die anderen Euro-Länder. "All dies zeugt davon, dass der Aufschwung an Breite und Nachhaltigkeit gewonnen hat", sagte Williamson.

"Das sieht nach einem starken Start ins zweite Quartal aus", sagte auch ING-Diba-Ökonom Carsten Brzeski. Dennoch sei es sehr unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank schon bald erste Signale für einen vorsichtigen Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik geben werde. Sie werde wohl erst einmal den Wahlausgang in Frankreich abwarten.

"Angesichts der weiterhin hohen politischen Unsicherheiten – durch die Wahl in Frankreich, die tatsächliche Ausgestaltung des Brexit oder die Umsetzung der geplanten Maßnahmen der neuen US-Administration – erscheint uns diese Euphorie weiterhin etwas übertrieben", warnte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar vor zu großem Konjunkturoptimismus.

Quelle: n-tv.de

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