Wirtschaft
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Geldpolitische Maßnahmen: EZB-Rat stritt über Kurs

Hinsichtlich der Lockerung der Geldpolitik herrscht bei der EZB Uneinigkeit. Das geht aus dem Protokoll der Dezembersitzung des EZB-Rats hervor. Eine Minderheit wollte eine Erweiterung der Anleihekäufe.

Die Mitglieder des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich Anfang Dezember über den Kurs der Notenbank auseinandergesetzt. Das geht aus dem Protokoll ihrer Sitzung hervor. Einige Mitglieder wünschten sich demnach noch stärkere geldpolitische Maßnahmen als die, welche die EZB damals beschloss. Andere plädierten für die Beibehaltung des Status quo.

Der EZB-Rat hatte am 3. Dezember beschlossen, das milliardenschwere Programm zum Ankauf von Anleihen um mindestens ein halbes Jahr bis Ende März 2017 zu verlängern. Darüber hinaus entschieden die obersten Währungshüter der Eurozone, die Bandbreite an Anleihen zu erweitern, welche die EZB aufkauft. Zudem verschärfte die EZB auch den Strafzins für Banken: Der Einlagezins, zu dem Banken ihr Geld kurzfristig bei der Notenbank anlegen können, wurde von minus 0,2 Prozent auf minus 0,3 Prozent herabgesetzt.

Mit den Maßnahmen will die EZB die Inflationsrate in der Eurozone ankurbeln und langfristig knapp unter der Marke von zwei Prozent stabilisieren. Im Dezember war die Inflation mit 0,2 Prozent weit davon entfernt.

Die Maßnahmen reichten einigen Rats-Mitgliedern laut Protokoll nicht aus. Eine Minderheit forderte demnach eine Absenkung des Einlagezinses auf minus 0,4 Prozent sowie die Möglichkeit, die monatlichen Anleihekäufe zu erweitern oder das Programm um mehr als sechs Monate zu verlängern. Derzeit kauft die EZB pro Monat Anleihen im Wert von rund 60 Milliarden Euro.

Die EZB veröffentlicht seit dem vergangen Jahr immer rund einen Monat nach einer geldpolitischen Sitzung des EZB-Rates ein anonymisiertes Protokoll der Sitzung. Dem EZB-Rat gehören die Chefs der 19 Zentralbanken aus den Eurostaaten sowie sechs Direktoriumsmitglieder der EZB an.

Quelle: n-tv.de

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