Wirtschaft
Tief im Süden des gemeinsamen Währungsgebiets: In Valetta, der Hauptstadt Maltas, berät EZB-Chef Draghi mit seinen Kollegen das weitere Vorgehen.
Tief im Süden des gemeinsamen Währungsgebiets: In Valetta, der Hauptstadt Maltas, berät EZB-Chef Draghi mit seinen Kollegen das weitere Vorgehen.(Foto: dpa)

Auswärtstreffen im Mittelmeer: EZB rührt den Leitzins nicht an

Entscheidung auf Malta: Bei der Auswärtssitzung in Valetta lassen die Währungshüter der Europäischen Zentralbank den für den Euro maßgeblichen Leitzins unverändert. Gespannt warten Experten auf die Details von EZB-Chef Draghi.

Die Europäische Zentralbank (EZB) rührt den Leitzins in der Eurozone vorerst nicht an. Das für Kreditgeschäfte innerhalb der Währungsunion maßgebliche Zinsniveau bleibt damit weiterhin rekordniedrig bei 0,05 Prozent.

Diesmal fand das reguläre Oktobertreffen der Notenbanker nicht in der EZB-Zentrale in Frankfurt am Main statt. Die Währungshüter trafen sich zu einer ihrer Auswärtssitzungen auf der Mittelmeerinsel Malta. Der Staat zwischen der Südspitze Italiens und Nordafrika ist seit 2004 das flächenmäßig kleinste EU-Mitglied und seit 2008 auch Teil der Eurozone.

Wird die EZB noch mehr pumpen?

Weitaus spannender als die Leitzinsentscheidung dürften die begleitenden Kommentare von EZB-Chef Mario Draghi sein. Der Präsident der Zentralbank tritt wie üblich am frühen Nachmittag ab 14.30 Uhr (MESZ) vor die Presse, um die Entscheidungen seiner Kollegen zu erläutern. Gespannt warten Analysten auf Hinweise zum weiteren Vorgehen bei den außerordentlichen Maßnahmen zur Ankurbelung der Kreditvergabe im Euroraum.

Zur Debatte steht unter anderem, ob - und falls ja, wann - die Währungshüter die geldpolitischen Zügel weiter lockern und das bislang auf insgesamt 1,14 Billionen Euro angelegte Anleihen-Kaufprogramm ausweiten oder verlängern werden. Bisherigen Planungen zufolge soll die außerordentlich umfangreiche Maßnahme im September 2016 auslaufen. Seit März des laufenden Jahres pumpt die EZB mit dem Erwerb von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche um Woche Milliarden in das Bankensystem, um der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen.

Strafzins für Banken

Der Niedrigzins bleibt Banken, Staaten und Verbrauchern wohl noch länger erhalten. Im Kampf gegen die niedrige Inflation in der Eurozone hatten die Währungshüter den zentralen Zinssatz, zu dem sich Banken bei der EZB mit Geld versorgen, im September 2014 auf das Rekordtief gesenkt. Auch die beiden anderen Zinssätze beließ die EZB dem Sprecher zufolge auf ihrem bisherigen Niveau.

Kreditinstitute, die ihr Geld lieber kurzfristig bei der Notenbank parken, anstatt es an Unternehmen zu verleihen, müssen weiterhin einen Strafzins von 0,2 Prozent bezahlen. Der dritte Zinssatz für kurzfristige Finanzspritzen oder auch Übernachtkredite von der Zentralbank bleibt bei 0,3 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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