Kauf von StaatsanleihenEZB schlägt wieder zu
Die Renditen für italienische Staatsanleihen steigt weiter. Für das zehnjährige Papier geht sie bis auf 6,26 Prozent hoch. Die EZB reagiert mit einem Aufkauf. Bei den Anlegern wächst wegen der geplanten Volksabstimmung die Furcht vor einem Ausfall europäischer Staatsanleihen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Aussagen von
Händlern mit dem Kauf italienischer Staatsanleihen auf die rasant steigenden Renditen
der Papiere reagiert. Die Notenbank erwerbe vor allem Anleihen mit acht- und zehnjähriger
Laufzeit, hieß es. Die Rendite auf das zehnjährige Papier war zuvor mit 6,26 Prozent
auf den höchsten Stand seit August gestiegen. Auch bei spanischen Anleihen greife
die EZB zu.
Die Investoren zeigten sich vor allem verunsichert durch
die Ankündigung der griechischen Regierung, das Volk über das neue Rettungspaket
abstimmen zu lassen. Unter den Anlegern nahm deshalb die Furcht vor einem Ausfall
europäischer Staatsanleihen deutlich zu: Versicherungen gegen einen Staatsbankrott
in Italien oder Spanien und sogar in Frankreich und Deutschland verteuerten sich
deutlich.
Italien war wegen seines hohen Schuldenstands und politischer
Unstimmigkeiten ins Kreuzfeuer der Finanzmärkte geraten. Deutsche Staatsanleihen
gelten indes nach wie vor als sehr sicher. Daher muss Deutschland den Anlegern auch
deutlich niedrigere Zinsen bieten als Italien: Während Deutschland derzeit für zehn
Jahre rund 1,8 Prozent zahlen muss, liegt der entsprechende Zins in Italien bei
rund 6,1 Prozent.
Papandreou will eine Volksabstimmung über das neue Hilfsprogramm
für Athen abhalten lassen. Ökonomen werteten die Ankündigung in einer ersten Reaktion
als starken Rückschlag in der Schuldenkrise und als enormes Risiko für die Zukunft
Griechenlands. Zudem sehen sie deutliche Gefahren für den Euroraum, die Weltwirtschaft
und das globale Finanzsystem.