Wirtschaft

Kauf von StaatsanleihenEZB schlägt wieder zu

01.11.2011, 16:26 Uhr

Die Renditen für italienische Staatsanleihen steigt weiter. Für das zehnjährige Papier geht sie bis auf 6,26 Prozent hoch. Die EZB reagiert mit einem Aufkauf. Bei den Anlegern wächst wegen der geplanten Volksabstimmung die Furcht vor einem Ausfall europäischer Staatsanleihen.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach Aussagen von

Händlern mit dem Kauf italienischer Staatsanleihen auf die rasant steigenden Renditen

der Papiere reagiert. Die Notenbank erwerbe vor allem Anleihen mit acht- und zehnjähriger

Laufzeit, hieß es. Die Rendite auf das zehnjährige Papier war zuvor mit 6,26 Prozent

auf den höchsten Stand seit August gestiegen. Auch bei spanischen Anleihen greife

die EZB zu.

Die Investoren zeigten sich vor allem verunsichert durch

die Ankündigung der griechischen Regierung, das Volk über das neue Rettungspaket

abstimmen zu lassen. Unter den Anlegern nahm deshalb die Furcht vor einem Ausfall

europäischer Staatsanleihen deutlich zu: Versicherungen gegen einen Staatsbankrott

in Italien oder Spanien und sogar in Frankreich und Deutschland verteuerten sich

deutlich.

Italien war wegen seines hohen Schuldenstands und politischer

Unstimmigkeiten ins Kreuzfeuer der Finanzmärkte geraten. Deutsche Staatsanleihen

gelten indes nach wie vor als sehr sicher. Daher muss Deutschland den Anlegern auch

deutlich niedrigere Zinsen bieten als Italien: Während Deutschland derzeit für zehn

Jahre rund 1,8 Prozent zahlen muss, liegt der entsprechende Zins in Italien bei

rund 6,1 Prozent.

Papandreou will eine Volksabstimmung über das neue Hilfsprogramm

für Athen abhalten lassen. Ökonomen werteten die Ankündigung in einer ersten Reaktion

als starken Rückschlag in der Schuldenkrise und als enormes Risiko für die Zukunft

Griechenlands. Zudem sehen sie deutliche Gefahren für den Euroraum, die Weltwirtschaft

und das globale Finanzsystem.

Quelle: wne/rts/dpa