Wirtschaft
Hat die Preisentwicklung im Blick: EZB-Präsident Mario Draghi,
Hat die Preisentwicklung im Blick: EZB-Präsident Mario Draghi,(Foto: picture alliance / dpa)

Lockere Geldpolitik: EZB sieht keine Deflation

Die Eurozone steht nicht unmittelbar vor einem allgemeinen Preisverfall. Davon ist die Europäische Zentralbank überzeugt. Die Inflation werde bald wieder zulegen, versichern die Notenbanker.

Trotz der extrem niedrigen Inflation sieht die Europäische Zentralbank (EZB) keine Deflationsgefahren im Euroraum. Zwar werde der Preisdruck für einen längeren Zeitraum gedämpft bleiben, hieß es in dem jüngsten Monatsbericht. Insgesamt werde die Teuerungsrate aber schrittweise ansteigen.

Bei einer Deflation sinken die Preise quer durch alle Warengruppen. Verbraucher halten sich in Erwartung weiter sinkender Preise zurück, Unternehmen zögern mit Investitionen. Dadurch kann eine Spirale aus sinkenden Preisen und Konjunkturschwäche entstehen.

Die außergewöhnlich niedrige Inflation sei insbesondere auf den weltweiten Rückgang der Energie- und Nahrungsmittelpreise zurückzuführen, so die Notenbanker. Auch der Anstieg des Euro-Kurses in den vergangenen Monaten hätten zur Abschwächung des Preisdrucks beigetragen.

Geldpolitik wird noch lockerer

Die zuletzt sehr niedrige Inflation von 0,5 Prozent wird nach Ansicht der EZB zudem dadurch relativiert, dass sie auch von Preisrückgängen in einzelnen Ländern ausgelöst wird, die ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern müssen. Die EZB ist damit der gleichen Ansicht wie die Bundesbank, die dem Thema der niedrigen Inflation nahezu ihren gesamten Mai-Monatsbericht gewidmet hatte. Die EZB sieht Preisstabilität bei einer Inflation von knapp unter 2 Prozent gewährleistet.

Anfang des Monats hatte der EZB-Rat die Leitzinsen auf ein neues Rekordtief gesenkt. Der Hauptrefinanzierungssatz liegt seitdem bei 0,15 Prozent und die untere Grenze des Leitzinskanals, der Satz für Bankeinlagen bei der EZB, erreichte sogar negatives Terrain. Der EZB-Rat arbeitet zudem an einem Programm zum groß angelegten Kauf von Kreditverbriefungen, mit dem sie die Kreditvergabe in Südeuropa ankurbeln will.

Den Kauf von Staatsanleihen schließt die EZB zwar ausdrücklich nicht aus, doch gilt sogenanntes "Quantitative Easing" als letztes Mittel für den Fall, dass sich die Wachstums- und Inflationsaussichten stark eintrüben sollten.

Quelle: n-tv.de

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